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Klinik zahlt Geld zurück

LÜNEN 750 000 Euro zahlt das St.-Marien-Hospital in diesem Monat an die 1007 Beschäftigten aus. Es ist die erste Rückzahlungsrate des 1,5 Mio. Euro Kredits, mit dem die Mitarbeiter das im vergangenen Jahr kurzzeitig finanziell angeschlagene Krankenhaus aufpäppelten. Dafür verzichteten sie auf 3,75 Prozent ihrer Bruttobezüge.

von Von Magdalene Quiring-Lategahn

, 01.08.2007
Klinik zahlt Geld zurück

Das St. Marien-Hospital

In diesem Monat ist die Klinik in der Pflicht. Die ersten 50 Prozent der Gehaltseinbußen werden vertragsmäßig zurückgezahlt, wie mit der Arbeitsrechtlichen Kommission vereinbart. "Das Geld kommt", sagt Markus Lingenauber, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. Verwaltungsdirektor Axel Weinand spricht von einem "wirtschaftlich ganz ordentlichen Jahr". Das Haus sei gut voll und die betriebliche Situation zufriedenstellend.

Lingenauber sieht einen Zusammenhang: Mit den Finanzen habe sich auch die Stimmung gebessert. "Ängste, dass wieder Geld fehlt, sind weg." Denn bereits im Mai habe es eine tarifliche Einmalzahlung von 450 Euro gegeben, die eigentliche erst im Dezember hätte gezahlt werden müssen. Die ist auch fürs kommenden Jahr vereinbart worden.

Vier Zahltage

So haben die Krankenhausbeschäftigten 2007 viermal Zahltag: Die Tariferhöhung im Mai, im Juli volles Urlaubsgeld, im August die Rückzahlung und im November volles Weihnachtsgeld. Die vorgezogene Einmalzahlung sei ein Signal an die Mitarbeiter gewesen, dass es in diesem Jahr funktioniert, erklärt Lingenauber: "Signal und Geld sind angekommen."

Weinand wertet dies auch als Anerkennung der Leistung. Volles Weihnachts- und Urlaubsgeld seien nicht selbstverständlich in der Branche.

Großer Konflikt

Allerdings macht Lingenauber keinen Hehl daraus, dass die Belastung durch das Fallzahlsystem enorm zugenommen habe. "Den Druck nimmt man mit Geld nicht weg." Das gesamte Gesundheitswesen leide darunter, dass Krankenhäuser heute wie Wirtschaftsunternehmen geführt würden, in den Betten aber Menschen liegen. "Das ist der große Konflikt". Weinand erinnert daran, dass der finanzielle Engpass im vergangenen Jahr die Folge der verschobenen Konvergenzphase war, wonach der Klinik nicht wie vorgesehen Geld zugeflossen sei.

Obwohl sich die Situation inzwischen gebessert habe, bekomme die Klinik aufgrund des nicht angepassten Landesbasisfallwertes immer noch 3,5 Mio. Euro weniger von der Krankenkasse. "Das müssen wir selbst erwirtschaften. Es ist eine große Leistung, dass wir das geschafft haben."

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