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Kraftwerksdebatte hier zum Nachlesen

LÜNEN Der zweite Tag der Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern des geplanten Steinkohlekraftwerks ist beendet. Um 19.28 Uhr wurde die Erörterung vertagt. Hier gibt es das Protokoll zum Nachlesen.

von Von Peter Fiedler

, 29.08.2007

19.28 Uhr: Der Erörterungstermin wird für  heute beendet.

19.20 Uhr: Versammlungsleiter Klaus Tillmann kündigt an, dass Donnerstag die Punkte „Immissionen durch Luftverunreinigungen“ und „Lärmimmissionen“ behandelt werden sollen. Grund: Die Experten des Landesamtes für Natur- , Umwelt- und Verbraucherschutz NRW stehen zeitlich nicht unbegrenzt zur Verfügung. Enttäuscht reagiert Kinderarzt Dr. Karl Kluge. Er hatte sich schon heute bereit gehalten hatte, zum Thema „Auswirkungen auf die Gesundheit“ Stellung zu nehmen (Punkt 4). „Soll ich jetzt noch an einem weiteren Tag meine Praxis zumachen?“, fragt Kluge. Tillmann bietet an, dass der Arzt noch jetzt am Abend Stellung nehmen soll. Das lehnt Kluge als sinnlos ab.

19.15 Uhr: Der Erörterungstermin nähert sich für heute seinem Ende. Jetzt wird über die Tagesordnung für Donnerstag diskutiert.

18.55 Uhr: Es entbrennt ein Streit darüber, in welchem Umfang der Stummhafen mit Bahngleisen erschlossen ist bzw. ob noch Bahngleise zu errichten sind. In diesem Fall, sagen die Kraftwerksgegner, sei ein gesondertes Genehmigungsverfahren für den Bahnanschluss erforderlich. Manfred Ungethüm erklärt, dass die Möglichkeit der Bahnentladung vorgesehen sei und mögliche Umweltbelastungen daraus in den Immissions-Prognosen bereits berücksichtigt seien. Man setze aber auf die Versorgung per Schiff. Es seien Silos mit einem Fassungsvermögen von bis zu 280 000 Tonnen vorgesehen. Damit könne das Kraftwerk fast 50 Tage betrieben werden. Man behalte sich daher vor, so Ungethüm, die Bahnentladung nicht zu bauen.

18.50 Uhr: Aus dem Kreis der Einwender kommt die Forderung, den Erörterungstermin für heute zu beenden und Donnerstag fortzusetzen. Die Bezirksregierung will aber zunächst bis 19.30 Uhr weiter machen.

18.40 Uhr: Prof. Hofnagel, bezweifelt, dass die Kapazität des Datteln-Hamm-Kanals ausreicht, die benötigten Kohlemengen zum Kraftwerk zu transportieren. „Schlichtweg nicht richtig“, erwidert Trianel-Geschäftsführer Manfred Ungethüm. Es ließen sich sogar noch viel mehr Kohlen transportieren. Nach wie vor sei ein Transport ausschließlich per Schiff vorgesehen.

18.35 Uhr: Einwender Eckhard Kneisel fordert eine Neubewertung des Standortes angesichts der Vielzahl von Kraftwerken in der Region. Zudem sei der Standort im Vergleich zu anderen, was die Luftqualität betrifft, stärker vorbelastet. Ein weiteres Kraftwerk führe zu einer Ungleichheit der Lebensverhältnisse.

18.30 Uhr: Einwender Prof. Dr. Johannes Hofnagel und Thomas Matthée (Arbeitskreis Umwelt und Heimat) fordern die Bezirksregierung auf, den möglichen Bau eines weiteren Steag-Kraftwerksblocks in Lünen in die Prüfung der Genehmigung einzubeziehen. Matthée fordert ein Raumordnungsverfahren angesichts der „Häufung von Kraftwerken in der Region“.

Der Standort des umstrittenen Kraftwerkes zwischen Lünen und Waltrop

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18.20 Uhr: Roland Niestroj erklärt auf Nachfrage an die Einwender den Punkt „Auswirkungen auf die Lippe“ für abgeschlossen. Jetzt geht es um Einwendungen, die sich auf das Genehmigungsverfahren beziehen. Damit kehrt die Diskussion zur der ursprünglich in der Tagesordnung vorgesehenen Reihenfolge zurück.

18.15 Uhr: Einwender wollen wissen, wie die Einleitstelle für Wasser technisch gestaltet wird. Umweltgutachter Dr. Weiler antwortet, dass keine eigene Einleitungsstelle notwendig ist. Man könne vielmehr die vorhandene Einleitungsstelle am Wehr in Lippholthausen nutzen.

18.05 Uhr: Thomas Matthee (Arbeitskreis Umwelt und Heimat) verweist auf erhebliche Anstrengungen der vergangenen Jahre, die Lippe und ihre Uferzonen aufzuwerten bzw. zu renaturieren. Diese Bemühungen würden durch das Kraftwerk konterkariert.

17.45 Uhr: Einwender Prof. Dr. Hofnagel befürchtet Haftungsrisiken für SAL und möchte wissen, inwieweit solche Risiken bestehen oder vertraglich ausgeschlossen werden konnten. Roland Niestroj, der die Moderation übernommen hat, antwortet für die Bezirksregierung, dass solche privatrechtlichen Aspekte nicht Gegenstand des Genehmigungsverfahrens seien.

17.40 Uhr: Für den Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) erklärt Klaus Schlottke, dass der Vertrag mit Trianel ausverhandelt, aber noch nicht vom Verwaltungsrat des Stadtbetriebes beschlossen worden sei.

17.20 Uhr: Umweltschützer zweifeln an der vorhergesagten äußerst geringen Erwärmung der Lippe, auch im Vergleich zu anderen Kraftwerksstandorten. Die Trianel-Gutachter verweisen darauf, dass keine Flussdurchlaufkühlung erfolge, sondern eine Kühlung im Kühlturm. Zudem basierten die Prognosen auf der Annahme, dass sich Flusswasser und Abwasser aus dem Kraftwerk schnell durchmischen. Die Umweltschützer verweisen außerdem darauf, dass die „schon hohen Belastungen“ der Lippe mit Schadstoffen durch eine Genehmigung keinesfalls für Jahrzehnte zementiert werden dürften. Eine Senkung der Belastungswerte müsse vielmehr das Ziel sein. Wenn sich die Situation nicht verschlimmere, sei das keinesfalls akzeptabel.

Abwasserproblematik

17.10 Uhr: Ingo Gödeke (Naturschutzverbände) und die Trianel-Gutachter streiten über die Folgen des von Trianel angestrebten größeren Kühlturmquerschnitts für die Abwasserproblematik. Gödeke hält eine Überarbeitung der Umweltverträglichkeitsuntersuchung für nötig. Trianel tut das nicht. Trianel-Jurist Dr. Riese erklärt, man wolle der Genehmigungsbehörde die Bewertung überlassen.

17.00 Uhr: Trianel-Umweltgutachter Dr. Weiler entgegnet, man habe bei der Berechnung der Schadstoffbelastung das Flusses auf Basis der dreifachen Menge der angenommen Maximalbelastung gerechnet. „Wir sind somit um den Faktor 3 zu konservativ“, sagte er.

16.55 Uhr: Martin Schulenberg macht als Einwender geltend, dass sich entsprechend den ergänzten Trianel-Antragsunterlagen der Belastungsschwerpunkt verlagert habe. Das bedeute, dass verstärkt auch Luftschadstoffe in den Fluss emittiert würden. Das sei in der Umweltverträglichkeitsprüfung nicht berücksichtigt worden.

 

 Begründung: Herr Flohr habe zu einem schon als abgehandelt erklärten Tagesordnungspunkt das Wort ergriffen. Darauf sei ihm von Herrn Bremecker das Wort entzogen worden, weil „Herr Flohr in ungebührlicher Weise immer lauter wurde“. Zu dieser Ordnungsmaßnahme sei die Verhandlungsführung berechtigt gewesen. Wolfgang Flohr erwidert, ihm sei entgangen, dass der entsprechende Tagesordnungspunkt schon als beendet erklärt worden war. Das Ganze sei somit ein Missverständnis gewesen.

Der Erörterungstermin wird fortgesetzt. Klaus Tillmann teilt mit: Der zuständige Abteilungsleiter der Bezirksregierung Arnsberg hat den Befangenheitsantrag von Wolfgang Flohr gegen Oberregierungsrat Dirk Bremecker zurückgewiesen.

16.27 Uhr: Kaffeepause bis 16.40 Uhr.

16.20 Uhr: Thomas Matthée bittet das zuständige Dezernat der Bezirksregierung um Beteiligung des Arbeitskreises Umwelt und Heimat am abwasserrechtlichen Genehmigungsverfahren. Versammlungsleiter Klaus Tillmann kündigt an, dass ab sofort eine namentliche Redner-(Warte)-Liste geführt wird.

Verschlechterungsverbot

16.10 Uhr: Die Einwender beziehen sich auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Diese beinhalte ein Verschlechterungsverbot. Von daher sei schon die minimalste Temperaturerhöhung durch das Kraftwerk nicht zulässig.

15.55 Uhr: Ingo Gödeke (Naturschutzverbände) wirft Trianel vor, die bisher vorgelegten Berechnungen zur Lippebelastung seien zu unkonkret. Die Umweltverträglichkeitsuntersuchung arbeite mit hypothetischen Werten. Gödeke kritisiert, dass einige Schadstoffe nicht berücksichtigt worden seien. Das wird von den Trianel-Vertretern bestritten.

15.50 Uhr: Die Bezirksregierung Arnsberg bestätigt, dass der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) bereits einen Antrag auf abwasserrechtliche Genehmigung gestellt hat. Ein Vertreter des Fischereiverbandes NRW bedankt sich bei Manfred Ungethüm, dass Trianel den Verband in das abwasserrechtliche Genehmigungsverfahren einbeziehen will. Eine Verpflichtung dazu seitens der Bezirksregierung bestehe nicht.

 Wassertemperatur

Auf Nachfrage präzisiert der Trianel-Experte: Die Sulfat-Belastung des Flusses werde nach den Berechnungen um maximal 1,5 Prozent steigen, die Chlorid-Belastung um maximal 1 Prozent. Gemessen an den zu erreichenden Schutzzielen sei das als „nicht signifikant“ einzustufen.

15.40 Uhr:  Für Trianel nimmt der Gutachter zum Thema Wasser Stellung. Nach seinen Angeben basieren die bisherigen Berechnungen zu den Umweltauswirkungen auf einer Feuerungswärmeleistung von 1870 MW. Da Trianel nun mit einer etwas geringeren Leistung plane, würden auch die Belastungen geringer sein. So werde sich die Wassertemperatur in einem Bereich kleiner als 0,05 Grad erhöhen.

15.35 Uhr: Ein Vertreter der Bezirksregierung erläutert, dass Antragsteller Trianel im derzeitigen Verfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz zur Abwasserproblematik nicht die detaillierten Angaben machen muss, die manche Einwender offenbar erwarten, da noch ein separates abwasserrechtliches Verfahren folge. „Wenn keine abwasserrechtliche Genehmigung erteilt wird, kann der Betreiber nicht ans Netz gehen“, so der Behörden-Experte.

 15.20 Uhr: Für Trianel nimmt Anwalt Dr. Christoph Riese Stellung. Der Entwässerungsplan werde im Zuge weiterer Teilgenehmigungen konkretisiert, kündigt er an. Die wasserrechtliche Erlaubnis für das Kraftwerk werde der Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL) beantragen. SAL werde dann das Prozessabwasser in die Lippe leiten.

Unterlagen sind wieder Thema

15.10 Uhr:  Und wieder sind die nachgereichten Trianel-Unterlagen Thema. Da sie keine Aussagen zur Auswirkung auf die Lippe, bezogen auf die nun gewählte Kühlturmgröße enthielten, könne man darüber jetzt auch nicht debattieren, heißt es aus den Reihen der Einwender. Es wird außerdem bemängelt, dass Aussagen über die Entwässerung fehlten.

15.03 Uhr: Der Erörterungstermin wird fortgesetzt. Klaus Tillmann teilt mit, dass man einen Abteilungsleiter der Bezirksregierung erreicht habe, der über den Befangenheitsantrag entscheiden werde. Bis zur Bekanntgabe der Entscheidung könne weiter verhandelt werden. Dirk Bremecker, gegen den sich der Befangenheitsantrag richtet, nimmt vorerst nicht weiter am Erörterungstermin teil.

Experten auf Seiten der Einwender und auf Seiten der Behörden tauschen sich in Fachbegriffen über die Abwasserproblematik aus. Prof. Dr. Hofnagel fordert eine „Übersetzung, die auch normale Menschen verstehen.“

14.30 Uhr: Einwender Wolfgang Flohr stellt einen Befangenheitsantrag gegen Dirk Bremecker (Bezirksregierung). Begründung u.a.: Er lasse Flohr nicht ausreden und begünstige in der Verhandlungsmoderation die Firma Trianel. Versammlungsleiter Klaus Tillmann unterbricht für voraussichtlich 20 Minuten, um den Befangenheitsantrag zu beraten. Wir berichten nach der Beratungspause weiter.

14.20 Uhr: Die ersten Einwendungen in Sachen Auswirkungen auf die Lippe werden im Saal zusammenfassend verlesen. Es geht z. B. um Erwärmung und Versalzung, Einleitung von chemischen Zusatzstoffen, Forderungen nach einem weiteren Gutachten.

Stadt Waltrop hat Klärungsbedarf in Sachen Gewässerökologie

14.15 Uhr: Der Vertreter der Stadt Waltrop mahnt Klärungsbedarf zur Gewässerökologie an. Insbesondere gehe es um die Aufsalzung. Der Waltroper Rat lehne das Lüner Kraftwerk ab: „Wir in Waltrop fühlen uns von Kraftwerken umzingelt.“

14.10 Uhr: Der Erörterungstermin hat sich zum Tagesordnungspunkt „Erörterung der Einwendungen“ vorgearbeitet. Es geht jetzt um die Auswirkungen des Kraftwerksprojekts auf die Lippe.

13.50 Uhr: Einwender Prof. Dr. Johannes Hofnagel bestreitet mit Hinweis auf eigene Berechnungen die Wirtschaftlichkeit des Trianel-Kraftwerks: „Ich wundere mich, dass Trianel den Antrag noch nicht zurück gezogen hat.“

13.30 Uhr: Für die Einwender bestreitet Prof. Dr. Hofnagel die Annahme des Investors Trianel, dass über 40 Jahre alte Kraftwerke vom Netz gehen und es durch den Bau neuer, moderner Kraftwerke unter dem Strich zu einer Minderung der Kohlendioxid-Belastung komme. „Mir ist konkret von keiner Schließung in der Region bekannt.“ Der Bau von neuen Steinkohlekraftwerken ist für Hofnagel „die Todsünde schlechthin.“ Trianel-Jurist Dr. Christoph Riese erklärt, dass die Stillegung eines anderen Kohlekraftwerks nicht Voraussetzung für die Genehmigungsfähigkeit sei. Es sei genehmigungsfähig, ohne dass ein anderes Kraftwerk stillgelegt werden müsste. Einwender Bernd Schlitter-Baukloh fragt, warum zum Beispiel die Steag ihr Lüner Kraftwerk stilllegen sollte, das schon 45 Jahre laufe.

 Trianel stellt das Projekt noch einmal vor

13.15 Uhr: Die Verfahrensfragen sind abgearbeitet, die weitere Tagesordnung kann nun abgehandelt werden. Manfred Ungethüm, Geschäftsführer der Trianel Power-Projektgesellschaft Kohlekraftwerk, stellt als Einstieg in die Diskussion über die Einwendungen das Kraftwerksprojekt noch einmal vor. Als Daten das Kraftwerks nennt er 1700 MW Feuerungswärmeleistung, 750 MW elektrische Nettoleistung, 160 m Kühlturmhöhe, bis 8760 Betriebsstunden jährlich, Wirkungsgrad über 45 Prozent, 1,1 Mrd. Euro Investitionsvolumen. Trianel erhofft eine Genehmigung im Vorbescheidsverfahren Ende 2007, will im Mai 2008 den Baubeschluss fassen, am 1. Juli 2008 mit dem Bau beginnen und ab dem vierten Quartal 2012 pro Jahr 6 Milliarden Kilowattstunden Strom produzieren. Ungethüm hebt hervor, dass man bei allen Berechnungen zur Umweltverträglichkeit von einer „worst case“-Betrachtung ausgegangen sei, als vom jeweils „schlimmsten Fall.“

Kein Gemehmigungsantrag für einen zweiten Block

13.05 Uhr: Der Erörterungstermin wird fortgesetzt. Zu der von den Einwendern beantragten Klarstellung des Antrags erklärt Dirk Bremecker, dass die ursprünglich eingereichten Antragsunterlagen den Rahmen für den Vorbescheid im Genehmigungsverfahren setzten. Die ergänzenden Unterlagen verließen diesen Rahmen nach Einschätzung der Behörde nicht. Zur Frage, ob Trianel einen zweiten Block in Lünen plane, sagt Bremecker, dass kein weiterer Genehmigungsantrag vorliege.

11.55 Uhr: „Wir drehen uns so langsam im Kreis, das führt uns auch bei unterschiedlichen Standpunkten nicht weiter“, erklärt Dirk Bremecker, Jurist der Bezirksregierung. Alle Argumente seien ausgetauscht. Er sehe keine zusätzlichen, entscheidungserheblichen Dinge mehr. „Wir müssten langsam mal zu den Dingen kommen, die ihnen am Herzen liegen“, sagt Bremecker an die Adresse der Einwender und nennt als Beispiel die Umwelt. Ingo Gödeke entgegnet für die Umweltverbände: „Wir haben den Wunsch, in die Sachdiskussion zu gehen. Aber dann müssen wir auch wissen, worüber wir sprechen. Bisher wird rumgeeiert.“ Klaus Tillmann kündigt den Beginn der Mittagspause bis 13 Uhr an. Danach werde die Bezirksregierung die Entscheidung über die neu gestellten Anträge bekannt geben. Wir berichten nach Ende der Mittagspause weiter.

11.50 Uhr: Versammlungsleiter Klaus Tillmann äußert gegenüber den Einwendern seinen Eindruck: „In die Sachdiskussion wollen sie ja gar nicht.“

Trianel: Es wird kein zweiter Block in Lünen gebaut

11.35 Uhr: Prof. Dr. Johannes Hofnagel dankt im Namen der Einwender für den neuen Raum und teilt als Ergebnis der Beratung mit: Der „größte Teil der Einwender“ habe zwei weitere Anträge beschlossen. Es soll erstens klargestellt werden, welche Kraftwerksanlage Gegenstand des Genehmigungsverfahrens ist – die in der öffentlichen Auslegung beschriebene, diejenige, die sich aus den nachgereichten Unterlagen ergibt oder eine Variane, die aus neuen Trianel-Informationen am heutigen Tag ergeben habe? In einem zweiten Antrag fordern die Einwender eine Klarstellung, ob „Trianel einen zweiten Block über die Hintertür reinbringen möchte.“ Trianel-Anwalt Dr. Christoph Riese kündigt an: „Es läuft darauf hinaus, dass wir eine Anlage mit einer elektrischen Leistung von brutto 815 und netto 750 MW errichten werden.“ Es werde kein zweiter Block in Lünen gebaut. „Jeder, der das Gelände im Stummhafen kennt, weiß, dass dafür überhaupt kein Platz ist“, so Dr. Riese.

11.00 Uhr: Der Erörterungstermin tritt auf der Stelle. Die Einwender akzeptieren die Position der Bezirksregierung nicht und wollen sich beraten. Versammlungsleiter Klaus Tillmann verkündet eine Pause bis 11.30 Uhr. Wir berichten nach der Pause weiter.

Schwelle bei Schwefeloxid geringfügig überschritten

10.45 Uhr: Ingo Gödeke erklärt, er könne die Begründung der Bezirksregierung nicht nachvollziehen. Aus den nachgereichten Trianel-Unterlagen gehe hervor, dass bei Schwefeldioxid die Irrelevanzschwelle „geringfügig überschritten“ werde.

10.30 Uhr: Der Erörterungstermin wird fortgesetzt. Klaus Tillmann gibt bekannt: Die Einwender sollen einen anderen Besprechungsraum erhalten. Jurist Dirk Bremecker teilt für die Bezirksregierung mit: Im Vorbescheidsverfahren sei es gängige Praxis, dass Antragsunterlagen nachgereicht oder ergänzt werden. Der Antrag der Einwender auf Aussetzung des Verfahrens wird abgelehnt. Begründung u.a.: Der Erörterungstermin habe ja gerade den Zweck herauszufinden, ob sich erhebliche verfahrensrelevante neue Erkenntnisse hinsichtlich z.B. der Immissionen ergeben. Bisher sei das für die Bezirksregierung nicht erkennbar. Man gehe weiterhin davon aus, dass die Schadstoffbelastung unterhalb der Irrelevanz-Schwelle liege. Sollte sich im Laufe der Erörterung aber herausstellen, dass es nicht so sei, werde man die Antragsunterlagen neu auslegen und ein neues Erörterungsverfahren einleiten.

Nachgereichte Unterlagen immer noch in der Diskussion

9.35 Uhr: Die Debatte dreht sich weiter um die nachgereichten Trianel-Unterlagen. Die Einwender machen geltend, dass sich die Kühlturmöffnung in der aktuell geplanten Kraftwerksversion von 1320 auf 2820 qm um 120 Prozent erhöhe. Die Austrittsgeschwindigkeit der Schwaden verringere sich von 15 auf 8 Meter pro Sekunde. Diese Änderungen seien so wesentlich, dass eine erneute öffentliche Auslegung der Antragsunterlagenfür erforderlich erhalten wird. Ingbert Kersebohm, Ratsmitglied der Grünen in Lünen, weist darauf hin, dass auch die Steag einen neuen Kraftwerksblock in Lünen bauen wolle. Die zu erwartenden Belastungen daraus müssten in die Gesamtimmissionsprognose einbezogen werden. Dann würde das Irrelevanz-Kriterium möglicherweise überschritten. Für Trianel erklärt Dr. Christoph Riese, dass die veränderte Kühlturmgröße keine wesentlichen Auswirkungen auf die Emissionen habe. Versammlungsleiter Klaus Tillmann gibt eine Pause von 30 bis 45 Minuten bekannt, in der die Bezirksregierung über den Antrag der Einwender beraten will. Wir berichten nach Ende der Pause weiter.

9.25 Uhr: Trianel-Jurist Dr. Christoph Riese betont: Auch die überarbeitete Immissionsprognose komme unverändert zu dem Ergebnis, dass die zu erwartende Umweltbelastung durch das Kraftwerk als irrelevant anzusehen sei. Was die Forderung nach einem abhörsicheren Raum betreffe, so sei er „leidenschaftslos“. Aber selbstverständlich habe Trianel nicht die Absicht, die Einwender abzuhören. Prof. Hofnagel präzisiert, dass er niemanden diese Absicht habe unterstellen wollen. Es gehe den Einwendern nur um einen geschlossenen Raum, in dem man das Gefühl haben könne, unter sich zu sein.

Antragsteller wollen das Verfahren aussetzen

9.15 Uhr: Prof. Dr. Johannes Hofnagel stellt im Namen von „derzeit 15 bis 20 Einwendern, ständig wachsend“, den Antrag, das Erörterungsverfahren nach Paragraph 73 Verwaltungsverfahrensgesetz vorläufig auszusetzen. Er begründet das damit, dass die von Antragsteller Trianel nachgereichten Unterlagen durch die Bezirksregierung nur an zwei Einwender weiter geleitet worden seien. Eine grobe Durchsicht der von Trianel am Dienstag zu Verfügung gestellten, nachgedruckten Exemplare, habe ergeben: Sie seien in wesentlichen Teilen unvollständig und die „wesentlichen Veränderungen“ berührten die Rechte Dritter. Zudem sei es den Einwendern in der Kürze der Zeit unmöglich gewesen, die Unterlagen detailliert zu prüfen. Außerdem verlangt Hofnagel für die Einwender einen abgeschlossenen Besprechungsraum, da der zur Verfügung stehende Raum nicht abhörsicher sei.

9.10 Uhr: In der Tagesordnung wird Punkt 16, Auswirkungen auf die Lippe, aus organisatorischen Gründen vorgezogen, gibt Tillmann bekannt.

9.04 Uhr: Regierungsgewerbedirektor Klaus Tillmann eröffnet den zweiten Tag des Erörterungstermins zum geplanten Steinkohlekraftwerk im Stummhafen. 

13.40 Uhr: Klaus Tillmann erklärt auf Nachfrage, dass der Bezirksregierung kein Antrag der Steag für einen weiteren Ausbau des Lüner Kraftwerkes vorliege. Die Immissionsprognose von Trianel berücksichtige die geplanten Kraftwerksneubauten in Datteln und Herne.

 

 

 

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