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Kraftwerksdebatte mit härteren Bandagen

LÜNEN Am vierten Tag der Erörterungstermins zum geplanten Steinkohlekraftwerk im Lüner Stummhafen wird die Diskussion mit zunehmend härteren Bandagen geführt. Einzelne Einwender beantragten den Ausschluss von zwei Gutachtern wegen angeblich falscher Angaben.

von Von Peter Fiedler

, 31.08.2007

Während des gesamten Vormittages drehte sich die Debatte um die Belastung der Lüner Luft. Dabei stehen sich zwei Grundsatzpositionen gegenüber: Die Einwender sehen die Luft in der Lippestadt schon so hoch vorbelastet, dass ein zusätzliches Kraftwerk auf keinen Fall tolerierbar sei.

Die von Gutachtern und Vertretern der Behörden vorgetragenen Messergebnisse bestätigen diese Einschätzung nicht, ausgenommen die Schwermetallbelastung um Umfeld des Werkes der Norddeutschen Affinerie. Die Kraftwerksgegner halten dem entgegen, dass nicht genug Messpunkte existierten, um eine Gesamteinschätzung der Situation in Lünen zu ermöglichen. Die immer konkreter werdende Absicht der Steag, in Lünen ebenfalls einen neuen Kraftwerksblock zu bauen, spielte ebenfalls eine Rolle.

Prominente Verstärkung

Die insgesamt 192 Einwendern haben prominente Verstärkung erhalten: Michael Steinbrecher, ZDF-Journalist und Moderator des Sportstudios, ist im Hansesaal anwesend. Steinbrecher, der das Lüner Freiherr-vom-Stein-Gymnasium besuchte, fühlt sich der Lippestadt nach wie vor verbunden, hat hier Freunde und Verwandte.

Zum Thema Messpunkte ergriff Michael Steinbrecher das Wort und appellierte an die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde, „auch mal an die Bürger der Stadt Lünen zu denken“ und das zweite Kraftwerk zu berücksichtigen: Warum sagen sie nicht, wir warten noch drei Monate. Salamitaktik kann ja nicht wirklich das Ergebnis sein.“ Steinbrecher sprach von einem Ungerechtigkeitsgefühl, das beim Bürger ausgelöst werde.

Regierungsgewerbedirektor Klaus Tillmann erklärte für die Bezirksregierung, dass bei einem Genehmigungsantrag der Steag auch die bestehenden alten Kraftwerksblöcke des Unternehmens in der Berechnung der Luftzusatzbelastung einbezogen würden.

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