Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Lernen, den Alltag zu meistern

LÜNEN Das Projekt "Sozialpädagogisch betreutes Wohnen" hat zum Ziel, Jugendliche zum eigenverantwortlichen Leben anzuleiten. Zur Einweihung wurden Vertreter des Jugendamtes begrüßt, die das Projekt unterstützen.

von Von Dieter Hirsch

, 24.10.2007
Lernen, den Alltag zu meistern

Schrieben ihre guten Wünsche und Gedanken auf eine Tafel im Gemeinschaftsraum (v.l.): Gilbert Grieger, Karl Eisenbarth, Chris-Claudia Grenda und Melanie Faßbender.

Der Träger, das Kinderwohnheim Dülmen (Kiwo), betreut in drei Wohnungen insgesamt sechs Jugendliche und junge Erwachsene. Zur Zeit sind zwei Wohnungen mit vier Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren belegt. Gestern wurde die Einrichtung offiziell eingeweiht.

Eigenes Zimmer, Wohnküche und Bad

„Jeder Jugendliche hat ein eigenes Zimmer, zwei teilen sich eine Wohnküche und das Bad“, erklärt Kiwo-Regionalleiter Gilbert Grieger. Indem sie quasi selbstständig leben, lernen sie zu kochen, zu putzen, Behördengänge zu meistern. Dabei werden sie von drei Sozialpädagogen begleitet, die nicht in der Cappenberger Straße 35 wohnen. „Das Wohnprojekt ist ein Sprungbrett in ein eigenes Zuhause“, erklärte Chris-Claudia Grenda, die die Gruppe in der Cappenberger Straße leitet. „Unser Ziel ist es, uns selbst zu erübrigen“, ergänzt Kiwo Dülmen-Leiter Karl Eisenbarth. Er begrüßte zur Einweihung u.a. Vertreter des Jugendamtes.

Jugendamt übernimmt Kosten

Das Jugendamt übernimmt die Kosten, da es die Jugendlichen an das Wohnprojekt vermittelt. Die Bewohner bleiben im Schnitt zwei Jahre. „Das hängt natürlich davon ab, ob und wie selbstständig sie geworden sind“. so Grieger. Die Jugendlichen werden von den frühen Morgen- bis in die späten Abendstunden betreut. Das Mitarbeiterbüro und die deutliche Präsenz der Pädagogen gewährleisten eine schnelle Wahrnehmung von Problemlagen. Das Kiwo Dülmen hat 1999 in Brambauer eine Tagesgruppe eingerichtet und 2003 in Beckinghausen eine Fünftage-Gruppe. „Dort gehen die Jugendlichen am Wochenende nach Hause.“

Anfänge gehen zurück bis ins Jahr 1857

Die Anfänge der Kiwo Dülmen gehen bis in das Jahr 1857 zurück, als die St. Gertrudis-Stiftung zur Erziehung von katholischen verwaisten Mädchen gegründet wurde. 1891 erfolgte der Zusammenschluss mit dem St.-Joseph-Waisenhaus für Jungen. In den 50er Jahren erhielt die Stiftung den Namen Kinderwohnheim Dülmen. Mit seinen verschiedenen Wohnformen bietet das Kiwo Dülmen einen Lebensraum, in dem Leben außerhalb der Herkunftsfamilie gelernt werden kann. 

Lesen Sie jetzt