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Mädels bei der Feuerwehr - Jungs im Kindergarten

Girls und Boys Day

LÜNEN Angst - nee, ganz bestimmt nicht. Julia Schmidt ist mit Brandmeister-Anwärter Nils Weiberg in den Korb der Drehleiter gestiegen, und zusammen fahren sie hoch in den blauen Morgenhimmel. Zehn Mädchen sehen sich bei der Feuerwehr um. Die Jungs dagegen testen einen sonst eher weiblich geprägten Berufszweig.

von Von Günther Goldstein

, 22.04.2010
Mädels bei der Feuerwehr - Jungs im Kindergarten

In 20 Metern Höhe erklärt Nils Weiberg Julia Schmidt die Funktionen der Drehleiter-Steuerung.

Zehn junge Damen sind am Girlsday zur Hauptfeuerwache gekommen, um sich dort einmal gründlich umzusehen. Sie wollen die Gelegenheit nutzen einen fast ausschließlich männlichen Berufszweig kennen zu lernen, die einzige Feuerwehrfrau ist derzeit in Mutterschutz. So lassen sie sich interessiert durch die Wache führen und bekommen vom Rettungswagen über die Löschfahrzeuge bis zur Drehleiter alles genau zu sehen, gestandene Feuerwehrmänner geben über alles Auskunft. Die Gruppe, die sich aus unterschiedlichen Schulen aus Lünen und Bergkamen zusammensetzt, darf aber auch selbst einmal Feuerwehrfrau sein. Mit voller Montur gibt es Löschversuche mit Pulver und Wasser.

Sechs Jungs dagegen haben sich an dem parallel laufenden Boysday in eine typisch weibliche Domäne getraut. Sie sind zu Gast im städtischen Kindergarten an der Steinstraße. Katrin Grygo hat, stellvertretende Leiterin der Kindertageseinrichtung, hat sie in die vier Gruppen eingeteilt. Bei den U3-Rackern im Obergeschoss wird Blerim Yaha von den wilden Jüngsten kräftig in die Mangel genommen. Marvin Kleist dagegen hat sich in der grünen Gruppe mit ein paar Kindern in den Sportraum zurückgezogen und macht eine kleines Völkerballtraining. Bei den Blauen schauen Lukas Glombitza und Benjamin Liar noch ein wenig ratlos auf das bunte treiben und im Nachbarraum bei den Gelben geht es Robin Mann und Jannik Müller nicht viel anders. Die Kindergartenkinder haben mit den Jungs keine Berührungsängste, sie behandeln sie eher wie große Brüder und freuen sich, dass endlich jemand da ist, mit dem man draußen auf der Wiese so richtig pölen kann. Das scheint mit der durchweg weiblichen Stammbesatzung sonst eher nicht zu funktionieren. Ob sie später einmal Erzieher werden wollen - wer weiß. Jetzt war es aber erst einmal die Neugier, die die Jungs in den Kindergarten gebracht hat.