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Marode Leitungen

LÜNEN Schlechte Nachrichten hatte Claus Externbrink, Vorstand des Stadtbetriebes Abwasserbeseitigung (SAL), am Donnerstag für viele Hausbesitzer: "Circa 70 Prozent der privaten Abwasserleitungen sind risikobehaftet."

von Von Volker Beuckelmann

, 05.10.2007
Marode Leitungen

Die SAL hatten zu einem Info-Abend mit Experten in den Hansesaal eingeladen.

Die SAL hatten zu einem Info-Abend mit Experten in den Hansesaal eingeladen. Rund 400 Gäste, vorwiegend Hausbesitzer und Bauherren, lockte das Thema "Welche Risiken liegen in den privaten Kanalnetzen?" an.

Ein Film zur Einstimmung machte klar: Bei undichten Abwasserleitungen kann durch hohen Grundwasserspiegel Wasser in Kanäle gedrückt werden (Fremdwasserinfiltration). "Wir haben Infiltration in Lünen, die kostet uns 800 000 Euro im Jahr", beklagte Claus Externbrink.

Auch der Ausfluss von Abwasser (Exfiltration) durch defekte Rohre sei ein Problem. 400 000 Kubikmeter würden pro Jahr im Lüner Boden versickern.

Expertenrunde

Einig war sich die Expertenrunde darin, dass zumindest bei Kanälen, die vor 1965 errichtet wurden, Sanierungsbedarf bestehen würde. "Circa vier- bis fünftausend Euro pro Haus könnte das kosten", meinte Werner Westerkamp, Landesgeschäftsführer von "Haus & Grund" Ruhr. Sanierungskosten könnten aber nicht im Rahmen der Miete weiter gegeben werden.

Stichwort Hohlräume: Bei 80 Prozent der "Dellen" würden defekte private Hausanschlussleitungen vorliegen. In Lünen ist der jeweilige Besitzer bis zur Übergabegrenze am öffentlichen Hauptkanal verantwortlich.

Claus Externbrink appellierte: "Sie sollten möglichst bald die Risiken kennen. Achten Sie unbedingt auf eine hochwertige Qualität bei der Kamerainspektion, weil sie unter Umständen die Basis ist für eine Sanierung." Die SAL biete eine kostenlose allgemeine Beratung an und habe eine Liste mit zuverlässigen Firmen, die im Internet abrufbar sei.

Hubert Scharlau vom Bauverein Lünen empfahl, den "soliden örtlichen Handwerker" mit Sanierungen zu beauftragen und sagte: "Wo das öffentliche Netz saniert wird, sollte auch das private Netz saniert werden."

Kostengünstig

Defekte Grundleitungen im Keller könnten kostengünstig durch unterhalb der Decke abgehängte Leitungen ersetzt werden. Sind Inspektionsöffnungen im Haus oder als kleiner Schacht sinnvoll? Hier waren sich die Experten nicht einig. Fest stand jedoch: Die optische Untersuchung wird als Dichtheitsprüfung in Lünen anerkannt.

Hausbesitzer sollten auch die Rückstauproblematik ernst nehmen und Keller mit Sicherungen schützen, damit bei Starkregen kein Wasser aus Kanälen zurück fließen kann. "Fallstricke" gebe es u.U. beim Abschluss von neuen Versicherungsverträgen.

Sofern die Dichtheit fest steht, biete der kostenlose Entwässerungspass der SAL, den es in vier Stufen gebe, größt mögliche Sicherheit.

       

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