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Mess-Station spürt dicke Luft auf

LÜNEN Naturschützer, Ärzte und Kraftwerksgegner haben sie massiv gefordert. Die Politik hat sich angeschlossen, die Stadt hat sie beantragt. Seit heute arbeitet in Alstedde die zweite Luftmessstation in Lünen. Die erste steht in Niederaden.

von Von Dieter Hirsch

, 04.01.2008
Mess-Station spürt dicke Luft auf

Die neue Messstation in Alstede ist knapp kleiner als eine Garage. Auf dem Dach werden die empfindlichen Messanlagen installiert.

Gute zwei Stunden brauchten drei Mitarbeiter des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) Nordrhein-Westfalen, um die Station an der Ecke Heinrich-Imig-Straße/Berggarten im Herzen Alsteddes aufzubauen. Ein Jahr lang werden die empfindlichen Geräte die Luftqualität messen und Daten über Feinstaub, Stickstoffoxid, Stickstoffmonoxid und Schwermetalle liefern.

Von außen eher unscheinbar

 Sie sieht von außen eher unscheinbar aus, ein wenig wie eine zu klein geratene Garage. Die Alstedder werden sich an ihren Anblick gewöhnen. Mindestens für ein Jahr. Solange soll die Luftmessstation, die gestern von Mitarbeitern des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (Lanuv) an der Ecke Heinrich-Imig Straße Berggarten aufgebaut wurde, Daten über Art und Menge der Luftschadstoffe sammeln. Feinstaub, Schwermetalle, Stickstoffdioxid und Stickstoffmonoxid – nichts wird den feinen Filtern dun Analysegräten verborgen bleiben. Zusätzlich werden Windstärken und Windrichtung ermittelt.

Per LKW nach Alstedde gebracht

Vor der ersten Messung standen für Hans-Werner Wiedenhöft, Waldemar Watzlawek und Jürgen Werner verschiedene Arbeiten beim Aufbau der Anlage an. Die Messstation stand bisher in Bochum an einer Hauptstraße. Per LKW wurde sie nach Alstedde gebracht. Der Aufbau der Station erfordert nicht nur eine gewisse Muskelkraft, sondern auch eine gehörige Portion Fingerspitzengefühl. Im Innern tickt modernste Technik. „Die funktioniert nur exakt, wenn die Station genau ausgerichtet ist“, erläutert Waldemar Watzlawek, der mit eine Wasserwaage die Lage der Station überprüft. Mit kleinen Platten in unterschiedlichen Stärken wird das Häuschen ins Gleichgewicht gebracht.

Messvorrichtungen auf dem Dach installiert

Auf dem Dach werden die Messvorrichtungen installiert. „Mit diesem Gerät werden 500 Liter Luft pro Stunde angesaugt“, erläutert Watzlawek ein Gerät, das große Ähnlichkeit mit einer alten Sirene hat. Was sich an Schwermetallen in dieser Luft befindet, wird von einem feinen Filter aufgefangen. „Alle zwei Wochen wird der Filter gewechselt und in unserem Essener Labor untersucht.“

Auf Feinstaub spezialisiert

Ein anderes Gerät ist auf Feinstaub spezialisiert. Da wird sogar alle fünf Sekunden gemessen. Tag und Nacht und das ein Jahr lang, wie Watzlawek betont. Alle halbe Stunde wird daraus ein Mittelwert per Modem nach Essen übermittelt. Bevor die ersten Proben genommen und Daten ermittelt werden, muss die gesamte Anlage auf Betriebstemperatur gebracht werden. Gegen 12 Uhr nahm die Anlage ihre Arbeit auf. Jürgen Werner wird dreimal in die Woche nach dem Rechten sehen, regelmäßig Filter wechseln und diese ins Labor nach Essen bringen. Seit über 20 Jahren macht er diesen Job und war beruflich schon in manchem osteuropäischen Land unterwegs. „Früher“, so erzählt er, „hat man da noch in Gramm gemessen.“

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