Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Müll macht ärgerlich - Jörg Feldner

Auf Streife

LÜNEN Flächenmäßig hat Jörg Feldner den größten Bezirk in Brambauer. Das Auto brauchte er aber nur selten. „Ich mache alles zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln“, so der Polizist. Die Anbindung sei super-günstig.

von Von Wiebke Plöger

, 30.04.2010

Der Bezirksbeamte betritt den Kommunalfriedhof durch einen Seiteneingang. „Hier gehe ich öfter Streife. Das ist ein kleiner Problembereich“, sagt er. Vor nicht all zu langer Zeit gab es dort eine Reihe von Diebstählen. Die Täter hatten es auf Kupfer abgesehen und wahllos Grablichter und -schmuck von den Gräbern gerissen. „Das Kupfer haben sie auf dem Schrottplatz zu Geld gemacht“, erzählt Feldner, das habe richtig Geld gegeben damals. „Wir haben zeitversetzt Dienst getan und haben die Täter schließlich erwischt“, berichtet der Polizeihauptkommissar. Jörg Feldner spaziert über die Gehwege des Friedhofs, weiter zu einem Pavillon. „Hier treffen sich bei schönem Wetter häufig Jugendliche auf ein Bier“, erklärt der Polizist. Das Schlimme daran sei, dass sie ihren Müll überall liegen ließen. „Manchmal sieht es hier ganz schön heftig aus“, erzählt der Beamte.

Der Bezirksbeamte trifft auf einen vierbeinigen Fan. Der 14-Wochen alte Labrador Filou ist ganz angetan von Feldner und springt immer wieder auf in zu, nur die Leine stört dabei. „Darf ich ihn mal streicheln“, fragt er das Herrchen. „Na klar. Der macht Sie aber ganz dreckig“, gibt der zu bedenken. Der Polizist hockt sich hin und streichelt den schwarzen Welpen mit dem roten Halstuch. Filous Vorderpfoten hinterlassen einen Abdruck auf Feldners Lederjacke. „Macht nichts“, findet der, könne man abwaschen.

„Ich bin auch BVB-Fan, allerdings eher Dortmund“, gesteht der 54-Jährige. Bei außergewöhnlichen Spielen mit bestimmten Fangruppen, seien auch die Brambauer Polizisten vor Ort.

Jörg Feldner läuft Fußball-Stadion entlang zum Freibad Brambauer hinunter. „In den Sommermonaten ist die gesamte Straße zugeparkt“, erzählt der Bezirksbeamte. Vor dem Freibad trifft er auf Paul Jahnke, Vorsitzender des Freibad-Trägervereins. „Na, bereitet ihr schon die Saison vor“, fragt er fröhlich. Die Außenanlage und das Grün würden schon mal auf Vordermann gebracht, so Jahnke.

„Im Sommer ist das herrlich hier“, schwärmt Jörg Feldner. Vor der Grillhütte bleibt der Bezirksbeamte einen Augenblick stehen. „Traurige Angelegenheit“, sagt er, „das war mal ein ganz schmucker Platz.“ Jetzt ist er heruntergekommen, die Grillhütte ist abgebrannt worden. Auf dem Boden liegen unzählige Glasscherben. „Ein paar Mal ist die Hütte wieder aufgebaut worden. Aber trotz Kontrollen ist sie jedes Mal wieder zerstört worden“, erzählt der Beamte und schüttelt verständnislos mit dem Kopf.

: „In solchen Anlagen wird häufig in die Lauben eingebrochen“, weiß der Polizist. Ein Kleingärtner lockert in seinem Beet die Erde auf. „Kaum ist das Wetter schön, beginnt die Arbeit“, sagt Feldner zu dem Mann in den blauen Arbeitshosen. Der nickt. „Alles ruhig“, fragt Feldner. Der Mann nickt wieder. „Herrliche Anlage“, findet der Bezirksbeamte, „wenn hier alles blüht ist das top!“