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Polizei schockt Verkehrssünder

LÜNEN Die Lüner Polizei hat am Montag bei einer Verkehrskontrolle an der Zwolle Allee erstmals Temposündern so genannte Schockvideos gezeigt. Diese sehr realitätsnahen Filme sind gestellt und mit Schauspielern besetzt.

von Von Dieter Hirsch

, 20.08.2007
Polizei schockt Verkehrssünder

Verkehrssündern wird ein Schockvideo gezeigt.

 Neben Spots, die drastisch zeigen, was mit dem Auto und den Insassen bei einem Unfall wegen zu hoher Geschwindigkeit passiert, beeindrucken manche Filme auf einer anderen Ebene. „Ich sterbe. Dabei hat er die Drogen genommen. Bitte, das musst du mir glauben, Mutti“, erzählt eine junge Frau kurz vor ihrem Tod. In dem Film, der sich mit dem Thema Alkohol und Drogen am Steuer befasst, überfährt ein unter Drogen stehender Mann eine Frau, die ihrer Mutter versprochen hat, nichts zu trinken, wenn sie im Auto unterwegs ist. Sie stirbt am Unfallort.

In einem Film zum Thema Geschwindigkeitsüberschreitung erhält der ertappte Verkehrssünder statt eines Bußgeldbescheides einen Zettel, auf dem ein Vater beschreibt, dass seine kleine Tochter von einem Raser überfahren und getötet wurde. Der Raser, so erzählt der Vater weite , habe ein mehrmonatiges Fahrverbot und eine Geldstrafe bekommen. Nach dem Urteil sei der Raser nach Hause gefahren und habe seine drei Töchter umarmt. „Ich muss warten bis ich sterbe, bevor ich meine Tochter im Himmel in den Arm nehmen kann“, erklärt der Vater am Schluss des Films, der den Titel „Der Strafzettel“ trägt. Einsatzleiter Polizeihauptkommissar Klaus Biercher: „Wir wollen den Leuten schon ihren Verstoß nachhaltig klar machen.“ Das ganze ist ein Projekt des Innenministeriums NRW. „Sich die Filme anzusehen, basiert auf Freiwilligkeit. Wir können niemanden dazu zwingen“, ergänzt Polizeioberkommissar und Verkehrssicherheitsberater Rainer Strehl.

Ein 44-Jährige Mutter schaut sich den Film „Der Strafzettel mit ihrem zwölfjährigen Sohn an und muss erst mal schlucken. „Das ist doch sehr erschütternd“, sagt sie. Eine 38-jährige Mutter, die zwölf Kilometer zu schnell war, findet diese Filmaktion der Polizei gut. „Das hat schon eine Wirkung“ ist sie sicher. An einem Strafzettel kommen die ertappten Verkehrssünder trotz Filmschauens allerdings nicht vorbei. 

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