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Polizei stellt Statistik für 2017 vor

Kriminalität in Lünen nimmt weiter ab

Der überwiegende Teil der Zahlen zur Kriminalität, die die Polizei Dortmund am Mittwoch in einer Statistik vorgestellt hat, ist positiv. Manche Entwicklungen bereiten dem Polizei-Präsidenten aber auch Sorgen.

Lünen

, 07.03.2018
Polizei stellt Statistik für 2017 vor

Die Gesamtzahlen sinken – einzelne Deliktgruppen aber sind dennoch auffällig.

Eine Pressekonferenz, die ihm Freude bereitet, sei das, meinte Polizeipräsident Gregor Lange am Mittwoch bei der Vorstellung der Kriminalitäts-Statistik 2017. Dabei sind zwar viele Zahlen rückläufig – aber längst nicht alle.

Gesamtzahl weiter rückläufig

Langes Freude ist berechtigt beim Blick auf die Straftaten insgesamt, deren Zahl im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 12,02 Prozent sank und auch in den drei Jahren zuvor schon rückläufig war. Wichtig: In den Polizei-Daten sind alle Fälle erfasst, die angezeigt, ausermittelt und an die Staatsanwaltschaft übergeben wurden. Ob die jeweiligen Verdächtigen auch schuldig gesprochen wurden – dazu können die Zahlen keine Aussage treffen.

Rückläufig sind demnach auch Gewaltkriminalität, Straßenkriminalität und Einbrüche. Sexualdelikte allerdings hat es 2017 mehr gegeben als in den vergangenen Jahren – so viele wie seit einigen Jahren nicht mehr. Das jedoch hat auch statistische Gründe. Denn nach den Vorfällen rund um den Kölner Hauptbahnhof an Silvester 2015/16, als Frauen massenhaft sexuell belästigt worden waren, ist das Gesetz verschärft worden. Delikte, die bis dato unter „Beleidigung auf sexueller Grundlage“ notiert wurden, gelten jetzt auch als Sexual-Delikt. Rechnet man diese Fälle heraus, steigen die Zahlen im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Dortmund – also Dortmund und Lünen – um nur noch elf Fälle.

Arbeitsnachweis für die Polizei

Die Rauschgiftkriminalität ist leicht gestiegen, ebenfalls um elf Fälle. Das sieht Lange aber vielmehr als „Arbeitszeugnis der Polizei“. Denn: „Rauschgiftkriminalität ist ein Kontrolldelikt“. Je mehr die Polizei kontrolliere, desto höher würden hier auch die Fallzahlen. Sorgen bereitet Lange aber noch mehr der Straftatbestand Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte. 2015 waren es noch lediglich 18 Fälle gewesen, 2017 waren es schließlich 46.

„Da sehe ich einen erheblichen Handlungsbedarf“, sagte Lange. „Wir können nicht hinnehmen, dass die Beamten um ihre Gesundheit fürchten müssen und fordern mehr Respekt“, sagte Lange. Auf Nachfrage erklärte er, dass zum Widerstand neben Gewaltanwendung auch Anspucken oder Beleidigung gehören. Wieviele Beamte nach Widerstandshandlungen verletzt wurden oder sogar dienstunfähig waren? „Das kann ich nicht in Zahlen sagen.“ Das Thema Widerstand werde im Polizeipräsidium jetzt aber zu einem Schwerpunkt gemacht.

Personal und Räume fehlten

Hoffnung machte Lange den Lünern mit Blick auf die geplanten Ordnungspartnerschaften. „Die gemeinsame Erklärung wird kurzfristig zu unterschreiben sein“, formulierte der Polizeipräsident. Bisher hatte der Start der gemeinsamen Streifen von Polizei und städtischen Ordnungskräften daran gehapert, dass die Stadt weder die Kräfte selbst noch Räume für sie hatte.

„Meiner Kenntnis nach ist die Stadt mittlerweile so aufgestellt, dass es bald losgehen kann.“ Stadtsprecherin Julia Schmidt bestätigte das auf Anfrage – konkretere Angaben sollen folgen.

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