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Radio Gottvertrauen

BRAMBAUER Hat der Liebe Gott einen Rundfunkbeauftragten-Beauftragten? Wenn ja, kann der mit Gerd Höft zufrieden sein, schließlich war der WDR-Rundfunkbeauftragte es mit dem Live-Gottesdienst aus der Martin-Luther-Kirche auch.

von Von Karl Knepper

, 03.12.2007
Radio Gottvertrauen

WDR-Rundfunkbeauftragter Gerd Höft (r.) schenkte Kirchmeister Jürgen Salamon CDs mit dem Live-Mitschnitt.

Sonntag 10.05 Uhr. Evangelische Kirche. Es knistert vor Erwartung. "Macht hoch die Tür" braust auf. Tanja Rauchs zieht nebenan im Ü-Wagen die Regler. "Wir haben in der Kirche 15 Mikros aufgebaut." Die Toningenieurin blickt auf den Monitor. Managt das Mischpult.

"Hier sehe ich, wo der Gottesdienst gerade steht. Ob er dem Zeitplan entspricht." Das Ereignis folgt der Uhr. Nicht umgekehrt. Das ist das Geheimnis. Live-Gottesdienst. Für die Kirchengemeinde das erste Mal. Für Gerd Höft das zigste. Wiederholte Wiederhloung. Höft ist Evangelischer Rundfunkbeauftragter beim WDR und, bis auf den Lieben Gott, an diesem Sonntagmorgen der Wichtigste in der Kirche. Der Blutdruckwert der Besucher, Pfarrer und Musiker dürfte jetzt weit über normal liegen. "Keiner kann sich bei einem Live-Gottesdienst der Anspannung entziehen", sagt Höft. Er kennt diesen Reflex der Nerven. Weiß um diese Mischung aus Ängstlichkeit vor Patzern und dem Kribbeln unter der Haut, Teil eines 20 000-Hörer-Ereignisses im Radio zu sein.

Der Projektchor des Kirchenkreises Lünen unter der Leitung von Kreiskantorin Jutta Timpe trifft auf dem tonalen Terrain wieder ins Schwarze. Dann spielt der von Reinhold Kluge geführte Posaunenchor Preußen. Der Klang steht stolz und silberhell im Kirchenschiff. Der Dramaturgie wegen wird die Predigt in zwei Hälften aufgeteilt.

"Zu lange Pausen oder zu wuchtige Textblöcke müssen wir vermeiden": Rundfunk-Experte Höft hat die Predigt vorher gelesen: Und? Änderungen veranlasst? "Minimal." Wieder neben an im Ü-Wagen. Toningenieurin Tanja Rauchs taxiert den Monitor. Dann die Uhr. Die Posaunen schmettern. Sie zieht die Regler am Mischpult runter. Wir hören das Glaubensbekenntnis. Es ist kurz nach halb elf. Die Mikros, die vor den Besuchern stehen, sind voll aufgedreht: "Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen. . ." Dann die Predigt. Pfarrerin Friederike Scholz-Druba wirkt jetzt, da die erste Anspannung vorbei ist, sicher, souverän.

"Zusammenspiel muss klappen"

Toningenieurin Rauchs gibt ihr im Ü-Wagen noch mehr Mikro. "Wichtig ist, dass das Zusammenspiel aller Beteiligten in so einem Live-Gottesdienst klappt", sagt uns der Rundfunkbeauftragte nachher. Nachher ist alles gut. Ist alles gut gelaufen. "Die Harmonien zwischen Musik und Worten und Gesängen war einwandfrei", lobt der WDR-Mann. Einmal hat er irgendwo mitten in einer Live-Sendung die Übertragung abgebrochen. "Es ging damals ums Kirchenasyl", sagt Gerd Höft. Die Toningenieurin sieht auf dem Monitor im Ü-Wagen den Altar und die Pfarrer. Der Gottesdienst ist fast aus. Die Gemeinde setzt sich. Die Orgel braust. 58 Minuten und 30 Sekunden sind vorbei.

Zehn Minuten später: "Für Sie, als Erinnerung". WDR-Mann Höft gibt Kirchmeister Jürgen Salamon die CDS. Es sind Live-Mitschnitte der Übertragung. Der Blutdruck ist wieder im Normalwert zuhaus. Der WDR bricht auf.

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