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Richter-Standpauke schüchtert Stalker ein

Gerichtsverfahren

LÜNEN Die wahrscheinlich heftigste Standpauke seines Lebens musste sich einer der aufdringlichsten Stalker Lünens am Donnerstag vor dem Landgericht Dortmund anhören. Die Folge: Er zog die Berufung gegen seine Verurteilung zurück. Jetzt droht ihm eine lange Haftstrafe.

von Von Martin von Braunschweig

, 01.04.2010
Richter-Standpauke schüchtert Stalker ein

Im November 2009 wurde er zuletzt verurteilt. Durch die Rücknahme der Berufung drohen ihm nun mehrere Jahre im Gefängnis.Trennung einfach nicht überwunden Der Rentner kann sich einfach nicht mit der Trennung von seiner Ex-Lebensgefährtin anfinden. Immer wieder lauert er ihr auf, schwört ihr seine ewige Liebe und lässt sie einfach nicht in Ruhe. Für derartige Taten ist der inzwischen 67-Jährige in den vergangenen Jahren immer wieder verurteilt worden – zuletzt sogar zu Gefängnisstrafen. Diese werden bislang aber noch nicht vollstreckt, weil es Zweifel gibt, ob der Lüner überhaupt haftfähig ist. Und obwohl die Staatsanwaltschaft gerade erst eine neue Anklage gegen den 67-Jährigen fertig gestellt hat, wollte dieser am Donnerstag tatsächlich in der Berufung gegen die zuletzt verhängte 14-monatige Haftstrafe vorgehen. Richter: "Sie haben keine Aussicht auf Erfolg!" Das jedoch brachte den Richter schier auf die Palme: „Was wollen sie eigentlich hier? Sie haben keine Aussicht auf Erfolg. Wenn jemand von einer Frau ständig gesagt bekommt, dass sie nicht mehr will, dann muss er sich das endlich mal anziehen. Wenn sie nicht aufhören, landen sie für den Rest ihres Lebens im Gefängnis. Dafür werde ich sorgen. Und da treffen sie dann auf Männer, die mit ihnen Dinge anstellen, die sie nie für möglich gehalten hätten.“ Das wirkte. Der Rentner zog seine Berufung zurück. In den nächsten Wochen muss er sich darüber hinaus einer neuerlichen Untersuchung zur Haftfähigkeit stellen.