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Rüttgers und das Bauchgefühl

Ministerpräsident zu Besuch

LÜNEN Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verlässt sich angeblich auf ein „besonderes Umfragegerät“: Seinen Bauch. Und der signalisiere ihm, so der Landesvater in Lünen: „Es gibt keine Wechselstimmung im Land“.

von Von Peter Fiedler

, 14.04.2010
Rüttgers und das Bauchgefühl

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit Kreis-Vorsitzendem Hubert Hüppe.

Beim 60-minütigen Wahlkampfauftritt Mittwochnachmittag in der Lippestadt stand der CDU-Spitzenpolitiker vor einer Herausforderung: Er musste sich als selbstbewusster Siegertyp präsentieren, ohne überheblich zu wirken, was die Chancen am 9. Mai betrifft. „Das ist kein Wahltag wie so viele. Diese Wahl steht auf Messers Schneide. Das ist keine Geschichte, die ein Selbstläufer ist“, sagte Rüttgers. Einerseits. Um dann andererseits hervor zu heben: „Es gibt keine Umfrage, die Rot-Grün vorne sieht.“ Im übrigen: Kandidaten, die das Land schlecht redeten – gemeint war SPD-Konkurrentin Hannelore Kraft – die wähle man nicht.

„Ich kämpfe dafür, dass wirtschaftliche Vernunft und soziale Gerechtigkeit als Einheit verstanden werden“, erklärte Rüttgers vor seinen Parteifreunden. Scharfe Kritik übte er an der internationalen Entwicklung der Finanzmärkte: „In Amerika ist das Casino schon wieder eröffnet, als wäre die Krise gar nicht da gewesen. Das kann nicht sein.“ Auf Deutschland bezogen, meinte der Ministerpräsident an die Adresse der Wahlkämpfer vor Ort. „Es geht nicht, dass sie mit ihren Steuergeldern Finanzinstitutionen retten und die dann so tun, als wäre nichts gewesen. Rüttgers sprach von seiner Vision, nach der NRW das umweltfreundliches Industrieland Europas werden solle. Er verteidigte den Bau von neuen Kohlekraftwerken, aber die alten müssten dann auch stillgelegt werden. „Da werden wir noch nacharbeiten müssen“, kündigte er an.