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Schuss aus Polizei-Pistole bleibt für psychisch-kranke Frau ohne Folgen

Landgericht Dortmund

LÜNEN/ DORTMUND Der dramatische Zwischenfall auf der Konrad-Adenauer-Straße, bei dem eine psychisch kranke Frau (43) aus Lünen im November 2009 einen Schuss aus einer Polizeipistole abgegeben hatte, bleibt ohne strafrechtliche Konsequenzen. Das Landgericht Dortmund hat am Freitag beschlossen, die Mutter zweier Kinder nicht unbefristet in eine geschlossene psychiatrische Klinik einzuweisen.

von Von Martin von Braunschweig

, 30.04.2010

Nach Ansicht des Sachverständigen Dr. Bernd Roggenwallner befand sich die Beschuldigte in der Nacht zum 6. November 2009 zwar in einem akut psychotischen Zustand. Nach der inzwischen erfolgten monatelangen Medikamenten-Behandlung sei es jedoch „mehr als unwahrscheinlich“, dass eine solche Situation noch einmal eintrete. Roggenwallner: „Die Zukunfts-Prognose ist ausgesprochen gut.“ Die 43-Jährige hatte zuvor erklärt, dass sie sich an den Zwischenfall kaum noch erinnern könne. Sie wisse noch, dass sie in dieser Nacht unbedingt den Kontakt zur Polizei gesucht habe.

Als sie zufällig auf den Streifenwagen getroffen sei, habe sie sich jedoch aus unerfindlichen Gründen eingeredet, die beiden Beamten seien keine echten Polizisten. Deshalb habe sie sich gewehrt, als diese sie festhalten wollten. Die damals Dienst habende Polizistin (28) hat die dramatischen Erlebnisse erst mit Hilfe einer langen Trauma-Therapie verarbeitet. Im Rahmen des Gerangels hatte die psychisch kranke Frau damals die Dienstwaffe der Polizistin ergreifen und sogar einen Schuss abgegeben können. Die Polizistin: „Sie stand vor uns und fuchtelte mit der Waffe herum. Ich dachte wirklich, sie erschießt uns jetzt.“