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Sohn (9) darf nicht in den Zeugenstand

DORTMUND/ LÜNEN Im Vergewaltigungs-Prozess gegen einen Lüner Hochzeitsmusiker sind vor dem Dortmunder Landgericht am Donnerstag die letzten Zeugen gehört worden. Nächste Woche sollen die Plädoyers gehalten werden.

von Von Jörn Hartwich

, 06.03.2008

Der Angeklagte verzichtete vor der 36. Strafkammer darauf, weitere Anträge zu stellen, um seine Unschuld zu beweisen. „Was soll ich noch machen, alle Zeugen sagen die Unwahrheit“, beklagte er sich bei den Richtern.

Der Versuch, seinen neunjährigen Sohn in den Zeugenstand zu rufen, war zuvor endgültig gescheitert. Ein vom Familiengericht eingesetzter Pfleger hatte vor Gericht erklärt, dass eine Vernehmung des Kindes nicht zu verantworten sei. Dabei berief er sich auf die Erkenntnisse einer Gutachterin, die schon am letzten Verhandlungstag von einer regelrechten Angst-Bindung zwischen Vater und Sohn gesprochen hatte.

Vater schlug regelmäßig zu

Der Junge, so hatte sie den Richtern erklärt, habe ständig Angst etwas falsch zu machen. Er sei von seinem Vater regelmäßig geschlagen worden, was er jedoch als Bestätigung gesehen habe. Nur wenn er regelmäßig geschlagen werde, so hatte der Neunjährige der Gutachterin erklärt, werde er auch ein richtiger Mann. Blieben die Schläge aus, glaube er, dass sein Vater sauer auf ihn sei.

Dem Angeklagten, der in Kürze zum achten Mal Vater wird, wird vorgeworfen, seine ehemalige Lebensgefährtin im Oktober 2006 vergewaltigt zu haben. Dem 29-Jährigen drohen mehrere Jahre Haft.

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