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Stadtwerke Lünen ändern ihre Preisstruktur

Trinkwasser soll für viele Lüner teurer werden

Zum 1. Juli dieses Jahres verändern die Stadtwerke ihre Preisstruktur beim Trinkwasser. Die Folgen: Einsparungen für Bewohner von Einfamilienhäusern. Für Mieter in Mehrfamilienhäusern wird es dagegen teurer.

Lünen

, 12.03.2018
Stadtwerke Lünen ändern ihre Preisstruktur

Die Stadtwerke ändern ihre Preisstruktur für Trinkwasser zum 1. Juli. © picture alliance / Oliver Berg/d

Dass Mieter in Mehrfamilienhäusern künftig draufzahlen, geht aus einem Antrag der Grünen-Fraktion im Lüner Rat hervor. Dieser Antrag wurde in der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag (8. März) unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen – liegt dieser Redaktion allerdings trotzdem vor. Darin rechnet Grünen-Fraktionssprecher Eckhard Kneisel vor, dass eine alleinstehende Rentnerin in einem Sechs-Familien-Haus künftig sieben Prozent mehr für ihr Trinkwasser zahlen muss. „Würde sie in einem Eigenheim wohnen, könnte sie hingegen mit einer Preissenkung von ca. drei Prozent rechnen“, schreibt Kneisel weiter.

Die Änderungen kommen laut Kneisel dadurch zustande, dass der Grundpreis gesenkt wird, das erst 2016 eingeführte Systementgelt jedoch deutlich erhöht würde. Statt wie bisher 28,89 Euro zahlen die Kunden künftig 38,52 pro Wohn- und Gewerbeeinheit pro Jahr. Er beantragt, der Rat möge darauf hinwirken, dass die Preis-Änderungen zurückgenommen werden „und ein sozial ausgewogener Tarifschlüssel aufgestellt werden soll“.

Antrag wurde vertagt

Weil der Punkt am Donnerstag im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung besprochen wurde, wollte Kneisel sich am Montag auf Anfrage nicht näher zu seinem Antrag äußern – und auch nicht zu dem, was in der Ratssitzung besprochen wurde. Eine Stadtsprecherin berichtete auf Anfrage, der Punkt sei im Rat nur vertagt worden – mit der Begründung, dass die Preisänderungen eben noch nicht veröffentlicht worden seien.

Klar ist: Der Aufsichtsrat der Stadtwerke, in dem auch Eckhart Kneisel Mitglied ist, hat mehrheitlich für die Preisanpassung gestimmt. Das bestätigt dessen Vorsitzender Hugo Becker auf Anfrage. Er weist aber auch darauf hin, dass Bewohner von Einfamilienhäusern zwar künftig etwas weniger zahlten – „aber immer noch knapp 50 Prozent mehr als Bewohner von Mehrfamilienhäusern“.

Stadtwerke: Kein höherer Gewinn

Die Stadtwerke selbst äußerten sich am Montagnachmittag auf Anfrage ebenfalls zu den Preisänderungen. Demnach erhöhe sich der „Arbeitspreis“ für Trinkwasser um 3,5 Prozent, wie es in der Mitteilung heißt. Statt 1,53 Euro koste der Kubikmeter Wasser ab Juli 1,58 Euro. „Dies wurde notwendig, weil die Kosten ebenfalls gestiegen sind. Einen höheren Gewinn machen die Stadtwerke Lünen hierdurch nicht. Es werden lediglich die eigenen Kosten weitergegeben.“

Auch die Stadtwerke rechnen vor: Eine dreiköpfige Muster-Familie in einem Einfamilienhaus zahlt künftig nur noch 402 statt 405 Euro. Für die gleiche Familie in einem Mehrfamilienhaus steigen die Kosten von 264 auf 277 Euro.

Die Kunden würden aber sechs Wochen vor der Preisanpassung noch umfassend informiert, berichtet Martin Schack, Bereichsleiter Energiewirtschaftliche Dienste.

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