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Streit unter Nachbarn: Verfällt das Haus Böhmke?

Kötterhaus an der Laakstraße in Lünen

Das Kötterhaus an der Laakstraße in Lünen verfällt. Das findet zumindest ein Anwohner an der Laakstraße. Der Eigentümer des Kötterhauses ist darüber alles andere als erfreut.

Nordlünen

, 09.06.2018
Streit unter Nachbarn: Verfällt das Haus Böhmke?

Ein Anwohner der Laakstraße findet, dass das Kötterhaus „Haus Böhmke“ verfällt. Empört über diesen Vorwurf zeigte sich der Sohn der Eigentümerin, Franz Josef Rotte. Auch die Stadt hat sich in den Streit eingeschaltet. © Marie Ahlers

An der Laakstraße brodelt es unter der Oberfläche. Ein Anwohner hat sich bei der Stadt über das denkmalgeschützte „Haus Böhmke“ beschwert. Das Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert steht seit einiger Zeit leer, der Anwohner, der anonym bleiben möchte, ist der Meinung, dass „das Haus verfällt“.

Der Sohn der Eigentümerin ist über die Beschwerde nach eigenen Worten „stinksauer“. Franz Josef Rotte wohnt ebenfalls an der Laakstraße, direkt gegenüber vom Haus Böhmke. „Das ist feige und hinterlistig“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Von den Anwohnern habe niemand das persönliche Gespräch mit ihm gesucht, erst von der Stadt habe er erfahren, dass es ein Problem gibt.

Ein altes Kötterhaus aus dem 17. Jahrhundert

Das Haus Böhmke wurde im Jahr 1690 gebaut, Rudolph Nagell hat laut Stadt eine Zeit lang in dem Haus gelebt. 1986 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Da war es schon über 40 Jahre im Besitz der Familie von Franz Josef Rotte, dessen Großeltern zuletzt in dem Haus gelebt haben.

Gerade weil es schon so lange im Besitz seiner Familie ist, findet Rotte auch den Vorwurf, er würde das Haus verfallen lassen, wenig nachvollziehbar. „Um Gottes willen“, so seine Reaktion darauf. Seine Mutter sei mittlerweile 82 Jahre alt und nicht mehr in der Lage, sich um das Haus zu kümmern. Aber sein Bruder und er hätten das Grundstück mit Fachwerkhaus und mehreren kleinen Nebengebäuden keineswegs vergessen.

Eigentümer vom Kötterhaus: „Das ist nicht die feine englische Art“

Wenn die Stadt von ihm verlangt, das Gebäude besser instand zu halten, komme er dem natürlich nach. Aber: „Die Nachbarn mischen sich in Dinge ein, die sie nichts angehen“, so Rottes wütender Kommentar. Besonders ärgert ihn, dass der Anwohner sich anonym beschwerte. „Die Leute sollen wenigstens ehrlich sein“, fordert er. Sich stattdessen direkt an Stadt und Zeitung zu wenden, sei, so Rotte, „nicht gerade die feine englische Art“.

Die Stadt bestätigt unserer Zeitung gegenüber, mit dem Fall vertraut zu sein. Pressesprecherin Kerstin Schatz erklärt außerdem, dass das Denkmalschutzgesetz zur Erhaltung der Denkmäler verpflichtet.

Die Abteilung für Denkmalschutz werde daher „zeitnah das Gespräch mit dem Eigentümer suchen“.