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Süßes, bitteres Indien

Student René Müller absolvierte sechswöchiges Praktikum in Thodupuzha

19.05.2007

Noch eine Lektion hat sich eingebrannt: Indien ist zu groß, schillernd, laut und hyperaktiv, um es in sechs Wochen so zu sehen, wie es ist. Der 24-jährige Student der Erziehungswissenschaften in Hildesheim, Nebenfach Katholische Theologie, René Müller, war auf Vermittlung des indischen Paters George Kalachirayil aus der Kirchengemeinde St. Norbert sechs Wochen im südindischen Thodupuzha, Kreis Iduki, einem ca. 50 000 Einwohner-Städtchen. «Im Santhigiri-Rehabilitation-Center für körperlich behinderte Jugendliche habe ich Sozialarbeitern geholfen. Eine reizvolle, vielfältige Aufgabe», sagt René. Im Wohnheim des Centers und in den umliegenden Dörfern habe er gelernt, dass die Hilfe am Nächsten den Lohn der Zufriedenheit und das Geschenk der verdienten Müdigkeit mit sich bringe. Das Finanzielle der Reise ging auf seine Kappe. Renés Flugticket hat ca. 700 Euro gekostet. Was ihn beflügelt habe, in Indien ein fürs Studium nötiges Praktikum zu absolvieren? «Ich wollte über den Tellerrand hinaussehen. Wollte einen anderen fremden Teil der Erde und vor allem eine andere Kultur kennenlernen.» Stress mit dem Wetter? «Puh, ja, sehr heiß ist es gewesen. 40 Grad und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit waren an der Tagesordnung.» Das Leben auf dem indischen Subkontinent folgt offenbar mehr den Koordinaten des Zufalls und der sporadisch in Erscheinung tretenden Milde des Schicksals, als es sich der Regie einer systematisierten Infrastruktur unterwerfen würde. René Müller: «Sicher gab es Strom und fließendes Wasser. Aber nicht immer. Und Stromausfälle gehören da eben zum Leben. Man gewöhnt sich daran.» Der 24-Jährige, der 2003 am Gymnasium Altlünen das Abi gemacht hat, war Teilnehmer eines Hilfsprojekts der Katholischen Kirchengemeinde St. Ida aus Moers. «St. Ida war meine vorherige Station, bevor ich nach St. Norbert kam», sagt Pater George Kalachirayil. René hatte das Glück, in dem fast gleichaltrigen Sebastian aus Moers während des Praktikums einen sympathischen Teilhaber des Indien-Kapitels gefunden zu haben. Wie er sich verständigt habe in einem Land, in dem es 19 verschiedene Amtssprachen gibt? «Mit Englisch kommt man in Indien überall weiter.» Die Begegnung mit netten Menschen, die Offenbarungen eines an Überraschungen überreichen Landes, das verwöhnt wird von unermesslich viel Grün und einem paradiesischen Vorrat an süßen Früchten, aber auch von Armut geprüft wird. . .Indien ist zu groß, um in sechs Wochen zu sehen, wie groß Indien ist. Karl-Heinz Knepper

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