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Tote haben überhaupt keine Lobby

LÜNEN "Ich sehe überall nur Spuren", sagte Dr. Mark Benecke (35), weltbekannter Kriminalbiologe am Montag im Hansesaal. Bei einem dreistündigen Infoabend gab er zahlreichen Besuchern einen Einblick in seine unappetitliche Arbeit.

23.10.2007

Mark Benecke ist Spezialist für forensische Entomologie (Insektenkunde) und wird auch als "Der Herr der Maden" bezeichnet. Sein Aufgabengebiet sind Maden und Fliegen als biologische Spurenträger.

Maden hatte Benecke auch im Gepäck, aber diese interessierten beim Infoabend nicht. Das Publikum entschied sich bei der Themenauswahl auch nicht für den mit Maden übersähten Toten in der Biotonne oder genetische Fingerabdrücke, sondern für die kriminalistische Aufarbeitung spektakulärer Serienmorde: Bartsch aus Deutschland und Garavito aus Kolumbien. Bei beiden Taten wurden viele Kinder grausam gequält, gefoltert und umgebracht.

"Opfer interessieren mich nicht"

"Die Opfer interessieren mich nicht. Ich frage mich nur, wie hat er das gemacht und warum hat er das gemacht", so Mark Benecke. Serienmörder seien "smarte" Typen, die sich schnell an ihre jeweilige Umgebung anpassen könnten. Benecke: "Das hat etwas mit Bauernschläue zu tun. Pädophile Täter können super gute Geschichten erfinden. Auch Sie würden in die Falle tappen, wenn Ihr Nachbar Serientäter ist", sagte Benecke. Warum diese Grausamkeiten verübt würden, dazu fand der Kriminalist keine Antwort. "Diese Frage konnte man bisher nicht beantworten." Fest stehe aber, dass die Persönlichkeit krank sei. "Sie müssen verstehen, wie der Täter tickt und das Übel an der Wurzel begreifen", so Benecke.

Hitlers Schädel und Zähne

Im zweiten Teil folgte das Kapitel "Hitlers Schädel und Zähne in Moskau". Hier berichtete Mark Benecke über seine spektakulären Ergebnisse bei der Untersuchung der Schädelfragmente und der künstlichen Zahnreihen von Adolf Hitler. Einzigartige Bilder wurden präsentiert. Benecke ist sich sicher: "Hitler hat beides gemacht, Zyankali genommen und sich erschossen." Beu

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