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Unterschlagung: Justizbeamter unter Verdacht

LÜNEN Ein Justizbeamter aus dem Amtsgericht Lünen hat offenbar seit Jahren Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet. Die Staatsanwaltschaft hält nach bisherigen Ermittlungen eine Schadenssumme im sechsstelligen Bereich für möglich.

von Von Peter Fiedler

, 13.08.2007

Der 48-jährige Verdächtige sitzt bereits seit einigen Tagen in Untersuchungshaft. Er war an seinem Arbeitsplatz verhaftet und abgeführt worden.

Der Mann arbeitete in der Anweisungsstelle des Gerichts. Seine Aufgabe: Gutachter und Sachverständige bezahlen, Zeugen die Auslagen erstatten. Zahlreiche Überweisungen der letzen Jahre, so der Verdacht, waren fingiert, mit dem Ziel, in die eigene Tasche zu wirtschaften.

Das Geld floss nach den bisherigen Ermittlungen auf mehrere Konten. "Wir gehen davon aus, dass ein Teil dieser Konten durch Strohleute abgedeckt wurde", erklärte Dr. Holznagel.

Rückbuchung fiel auf

Aufgeflogen waren die Unterschlagungen während eines Urlaubs des Verdächtigen. "Eine Rückbuchung fiel auf, so kamen die Ermittlungen in Gang", erläuterte die Sprecherin der Anklagebehörde.

Erst vor wenigen Wochen hatte eine Fall von Unterschlagung im Büro des Dortmunds Oberbürgermeisters für Aufsehen gesorgt. Während hier offenbar die Finanzierung von Drogensucht das Motiv war, gebe es im aktuellen Lüner Fall "keinerlei Anhaltspunkte in diese Richtung", so Dr. Holznagel. Vielmehr sei es dem Verdächtigen wohl eher darum gegangen, einen besseren Lebensstil pflegen zu können.

Die Direktorin des Lüner Amtsgerichts, Brigitte Knauer, wollte sich mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht zu dem Fall äußern.

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