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Vespermusik begeisterte Publikum in der Stiftskirche

Ensemble Marais Consort

CAPPENBERG Fantastisches und Bizarres begeisterten am Ostersonntag rund 70 Besucher in der Stiftskirche von Schloss Cappenberg. Das Ensemble Marais Consort zog beim 1. Konzert aus der Reihe Vespermusik alle Register seines Könnens.

von Von Volker Beuckelmann

, 05.04.2010
Vespermusik begeisterte Publikum in der Stiftskirche

Für Musik der Extraklasse sorgte das Ensemble Marais Consort beim ersten Konzert aus der Reihe Vespermusik in der Stiftskirche von Schloss Cappenberg.

Gamben- und Cembalomusik der Spitzenklasse. Das Besondere bestand in der historischen Aufführungspraxis, um die Musik vergangener Epochen mit authentischem Instrumentarium, historischer Spieltechnik und im Wissen um die künstlerischen Gestaltungsmittel der Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts wiederzugeben. Das Ensemble Marais Consort ließ mit seinem Programm „Stravaganze Italiane“ den fantastischen neapoletanischen Stil wieder aufleben in der grandiosen Akustik der Stiftskirche.

Besonderen Reiz entfaltete der Klang des italienischen Renaissance-Cembalos, virtuos gespielt von Ingelore Schubert. Dieser stand in Kontrast zu den vier ausdrucksvollen italienischen Renaissance-Gamben (ital.: Knie- oder Schoßgeige), die zwischen den Beinen gespielt wurden von Hans-Georg Kramer, Rebeka Rusó, Brian Franklin, Hermann Hickethier und Irene Klein.

Auf dem Programm standen selten dargebotene Werke, etwa „Primo Verso - Primo Terzo“ von Antonio Valente, der um 1520 bis 1580 in Neapel lebte. „Die Spannung zwischen Normalem und Irrsinnigem macht das Besondere aus“, erklärte der Gründerchef von Marais Consort, Hans-Georg Kramer dem andächtig lauschenden Publikum, das u.a. aus einem bekannten Nervenarzt bestand.   Das reizvolle Klangspiel wurde bereichert durch die Kombination unterschiedlicher Stücke etwa der Tonkünstler Giovanni de Macque und Giovanni Maria Trabaci. Sie zählen zu den Meistern der neapolitanischen Harfenszene und gelten als Protagonisten der Epoche. Die zarten, warmen Klangfarben der Violen da Gamba und des Cembalo erfreuten das Publikum. Es bedankte sich mit viel Applaus für einen unvergleichlich schönen Musikgenuss.