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Von Fahrrädern und Eiern - Unterwegs mit Gisbert Kappelhoff in Lünen-Süd

Auf Streife

LÜNEN Bezirksbeamte der Polizei sitzen nicht im Streifenwagen oder auf der Wache. Sie laufen durch die Straßen, suchen den Kontakt zu den Bürgern. Zehn Bezirksbeamte tun in zehn Bezirken ihren Dienst. In loser Reihenfolge begleiten wir einen von ihnen und nehmen seine Arbeit zu Protokoll. Heute: Polizeihauptkommissar Gisbert Kappelhoff.

von Von Wiebke Plöger

, 06.04.2010

„Das ist eine andere Welt“, sagt Gisbert Kappelhoff über den Bezirksdienst. Früher im Wach-/ und Wechseldienst sei man mit den Leuten nur in Kontakt gekommen, wenn etwas passiert sei. Jetzt als Bezirksbeamter fände man einen positiveren Zugang zu den Menschen.

10.29 Uhr, Merschstraße, Polizeiinspektion: Schüsselübergabe des Bullis. „Ich habe mir die Mobile Wache für halb elf vorgemerkt“, erzählt Gisbert Kappelhoff. Kollege Jörg Onischke liefert pünktlich ab. „Dann kann es ja fast losgehen“, sagt er, als er das Büro verlässt, „jetzt muss ich nur noch meine Dienstwaffe holen.“ Die ist Pflicht für die Bezirksbeamten. Zum Einsatz kam sie in Gisbert Kappelhoffs Händen bislang noch nie. „Zum Glück“, sagt er.10.51 Uhr, Jägerstraße: Gisbert Kappelhoff ist mit der Mobilen Wache auf dem Weg zum Wochenmarkt. „Im Winter war dort nicht so viel los“, weiß der Polizist, „heute will ich mal schauen, ob wieder mehr Stände da sind.“ Bei schönem Wetter fährt der Beamte auch gerne mit dem Rad dorthin. „Überhaupt bin ich viel mit dem Fahrrad in meinem Bezirk unterwegs“, sagt er. Das Fahrrad sei schließlich sein Hobby. Bald gebe es auch endlich neue Diensträder.10.58 Uhr, Wochenmarkt: Der Bezirksbeamte dreht erst mal ne Runde über den Markt. Eine Beschickerin kommt ihm entgegen und grüßt fröhlich. Zeit für einen kleinen Plausch. „Schönen Gruß an den Göttergatten“, ruft Kappelhoff ihr zum Abschied zu. Die Marktleute und der Bezirksbeamte kennen sich seit langem. Dennoch ist Wachsamkeit für den Polizisten angesagt: „Während des Marktes kommt es häufig zu Taschendiebstahl“, berichtet er. Zum Abschluss geht der 54-Jährige noch beim Eierstand von Heinz Drees vorbei. „Wir sind Konkurrenten. Ich habe zuhause einen eigenen Hühnerstall“, erklärt Gisbert Kappelhoff. Die Eier verkauft er unter seinen Kollegen. 11.26 Uhr, Weißenburger Straße: Terminabsprache an der Overbergschule. Maria Wolff, kommissarische Schulleiterin, kommt dem Bezirksbeamten bereits auf dem Schulhof entgegen. „Nanu, wollen Sie zu mir“, fragt sie überrascht. Der Polizist nickt. „Nach den Osterferien können wir wieder mit der Fahrradausbildung anfangen“, Kappelhoff sein Anliegen. Die Schulleiterin freut sich: „Oh, wie schön.“ Genaue Termine könnten sie später besprechen. „Wichtig ist nur, nicht zwischen 11. Juni bis 11. Juli“, sagt er. Sie guckt fragend. „Nicht während der Weltmeisterschaft“, sagt er. Sie bietet an: „Dann machen Sie uns doch am besten Vorschläge.“ Es sei einfach toll, wenn die Kinder in der Verkehrs-Realität üben und ihre Prüfung machen könnten, findet Maria Wolff.11.34 Uhr, Hafenstraße: Am Preußenhafen werden Wohnhäuser gebaut. Gisbert Kappelhoff fährt vorbei, um mal zu schauen. Langsam fährt er mit dem Bulli bis zur Promenade. „Es ist einfach schön hier“, stellt er fest. Ein Senior tritt an den Bulli. Kappelhoff kurbelt das Fenster runter. „Herr Hauptkommissar, gab es was“, fragt der Mann. „Wir haben alles unter Kontrolle“, erwidert der Beamte. „Die Bevölkerung in Lünen-Süd und gerade die pensionierten Bergleute sind immer gut drauf“, findet Gisbert Kappelhoff und freut sich darüber. ZUR PERSON:

  • Polizeihauptkommissar Gisbert Kappelhoff, 54 Jahre, verheiratet, drei Kinder.
  • Sein Bezirk: Lünen-Süd.
  • Hobby: Fahrrad fahren. „Seit 20 Jahren fahre ich jeden Morgen von Oberaden aus, wo ich wohne, mit dem Fahrrad zur Arbeit“, so Kappelhoff.
  • Geschäftsführer der Verkehrswacht.
  • Sitzt im Vorstand der katholischen St.-Barbara- Gemeinde Oberaden.
  • Erreichbar unter Tel. 76 52 31 57 oder per Mail: gisbert.kappelhoff@polizei-nrw.de.