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Warmwasserspeicher müssen auf Keime geprüft werden

Trinkwasserverordnung

Vermieter müssen künftig ihre zentralen Warmwasseranlagen prüfen lassen. Eine Neuerung der Trinkwasserverordnung schreibt seit 1. November eine Analyse auf die Legionellen-Bakterien vor. Die Kosten tragen vermutlich die Mieter.

LÜNEN

03.11.2011
Warmwasserspeicher müssen auf Keime geprüft werden

Künftig müssen zentrale Wasseraufbereitungsanlagen mit einem Speichervolumen ab 400 Litern Volumen und Warmwasserleitungen ,ot mehr als drei Liter Inhalt zwischen Großboiler und Wasserhahn auf Legionellen geprüft werden.

Vermieter sind dazu verpflichtet, dem Gesundheitsamt zu melden, ob zentrale Anlagen zur Trinkwassererwärmung ab 400 Litern Größe im Keller stehen. Ebenso Wasserleitungen mit einem Inhalt von mehr als drei Litern zwischen dem Großboiler und dem Wasserhahn. „Das kann formlos, muss aber schriftlich passieren“, sagt Manfred Günther, Experte für Umwelt und Hygienetechnik beim Kreis Unna. „Bisher war das nur in öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben.“ Legionellen verursachen erkältungs- oder grippeähnliche Symptome. Acht Fälle wurden in den vergangenen zwei Jahren im Kreis Unna ausgemacht, „einer davon verlief tödlich“, sagt Günther. Von der gesetzlichen Analysepflicht seien keine Ein- oder Zweifamilien-, sondern hauptsächlich Mehrfamilienhäuser betroffen. In Werne etwa ist der Bauverein mit knapp 1400 Wohnungen in 270 Häusern größter Vermieter Wernes. Bleibt aber in Sachen Legionellen-Test gelassen: „Wir haben in unseren Gebäuden nur Behälter bis 300 Litern Fassungsvermögen“, sagt der technische Wohnungsverwalter Josef Schröer.

Eine Analyse für die Speicher entfalle daher. Unklar sei, ob der Bauverein auch die Rohrleitungen prüfen lassen muss. Schröer: „Da müssen wir uns erst schlau machen.“ Um die Analyse durch Fachfirmen müssten sich die Vermieter kümmern. „Die Untersuchung kostet bei einem Haus mit acht Parteien voraussichtlich etwa 200 Euro pro Jahr“, rechnet Michael Mönig vor, Hauptgeschäftsführer der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund. Ob die Kosten auf die Mieter umgelegt werden können, ist fraglich. Laut Haus & Grund sei dies legitim. Der Mieterverein Dortmund und Umgebung gibt zu bedenken, nur wenn diese Art der Kosten „ausdrücklich in der Betriebskostenverordnung genannt werden“. Da Legionellen nur in warmem Wasser vorkommen, stehen insbesondere Warmwasserspeicher in Mehrfamilienhäusern unter Verdacht, Brutstätte solcher Bakterien zu sein. Allerdings kritisiert Michael Mönig, ein Beweis dieser These sei bis heute nicht erbracht.

Ohnehin: Bevor es Ergebnisse oder Ärger über die Kosten gibt, muss es zunächst einmal Prüfungen geben. Und die laufen zum Beispiel in Lünen erst an. Die Firma UCL (Umwelt Control Labor) ist zusammen mit einem Partnerlabor für solche Analysen zuständig. Nachgefragt habe bisher nur ein Unternehmen, sagte ein UCL-Sprecher. „Viele haben wohl noch nicht realisiert, dass sie von der Neuerung der Verordnung betroffen sind.“ Aber man gehe davon aus, dass die Nachfrage in den kommenden Monaten steigen werde.

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