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Zeit ist kostbar

LÜNEN Die Luft riecht nach Desinfektionsmittel im ambulanten Operationszentrum des St. Marien-Hospitals. „Haben Sie alles gecheckt?“, fragt Dr. Miro Kulaga, Oberarzt der Anästhesie und blickt zu Mario Wachowiak.

von Von Volker Beuckelmann

, 25.01.2008

Der angehende Mediziner – er absolviert seit sechs Wochen sein Praktisches Jahr (PJ) in der Anästhesie – hat alles geprüft, auch das Narkosegerät.Eine Patientin wird in den OP geschoben, erwartet einen kleinen gynäkologischen Eingriff in Vollnarkose. „Von Dr. Kulaga kann ich eine Menge lernen – und unter seiner Anleitung auch praktisch tätig werden“, sagt Mario Wachowiak.   Der PJ-Student stellt den Sauerstofffluss am computergestützten Narkosegerät ein und schaut auf den Monitor, der neben Blutdruck und Puls u.a. auch die Narkosetiefe anzeigt, indem Gehirnströme gemessen werden.„Man lernt im Studium viel über die Wirkungsweise der Medikamente aber nichts über die Dosierung. Hier im Praktischen Jahr kann man nun die Theorie in der Praxis erleben“, so Mario Wachowiak. In seinem Wahlfach Anästhesie würde er im Marien-Hospital viel lernen und müsse nicht um Arbeit „betteln“. „Wir setzen ihn wie einen ganz jungen Anästhesisten ein“, sagt Dr. Miro Kulaga und betreut Hand in Hand mit dem PJ-Studenten die narkotisierte Patientin.Dr. Donat Roman, einer der Chefärzte der Gynäkologie, führt den Eingriff durch, die PJ-Studentin Mareike Bommert (24) sitzt neben ihm und assistiert.   Nach 20 Minuten erwacht die Patientin schnell und wird in den Aufwachraum gebracht.Schon wartet die nächste Patientin auf ihre Operation. Sie ist nervös, der Puls beschleunigt. „Wir sind ein Team“, spricht Dr. Kulaga in beruhigendem Ton und meint damit seinen PJ-Studenten, der neben ihm steht sowie Anästhesieschwester Miriam.   „Das ist aber schön“, antwortet die junge Frau und schläft sanft ein. Mario Wachowiak beatmet sie und bedient das Narkosegerät.Wunde vernähtMareike Bommert desinfiziert die linke Brust der Patientin. Anschließend führt die angehende Ärztin unter Anleitung und Aufsicht von Dr. Romann selbst das Skalpell, macht den Hautschnitt, stillt kleine Blutungen und spreizt die Wunde, damit Gewebe entfernt werden kann. Zuletzt vernäht sie die Wunde und macht einen Brustwickel. „Ich wechsele zwischen den OPs und Stationen hin und her“, sagt Mareike Bommert und erklärt, dass sie sehr zufrieden sei mit dem Wahlfach Gynäkologie, das ein breites Spektrum biete.Ob Patientengespräche, Drainagen ziehen, Wunden begutachten, Kreißsaal, Mütter und Babys untersuchen: „Die Zeit vergeht sehr schnell, leider. Der Arbeitsalltag eines Gynäkologen wird sehr gut vermittelt. Vielfältiger als bei mir kann es nicht sein“, sagt Mareike Bommert und vergisst fast, dass Zeit für das Mittagessen wäre.Doch die Wissbegierde im Praktischen Jahr ist groß und die Zeit am Patienten kostbar

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