Mann rast in Melbourne absichtlich in Menschenmenge

19 Verletzte

Wieder fährt ein Autofahrer in Melbourne in Pendler und Passanten - mitten im abendlichen Berufsverkehr und im Weihnachtsrummel. 19 Menschen wurden bei der Tat verletzt, sieben von ihnen schwer. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann mit Absicht handelte. Warum, ist noch unklar. Eine Verbindung zum Terrorismus bestehe aber nicht.

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Sydney

, 21.12.2017, 12:18 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Fahrer war mit einem weißen Geländewagen in die Menschenmenge gerast.

Der Fahrer war mit einem weißen Geländewagen in die Menschenmenge gerast. © dpa

Aktualisierung 13.11 Uhr

Der Autofahrer, der in der australischen Großstadt Melbourne in Fußgänger raste und 19 verletzte, hat nach Polizeiangaben keine Verbindung zum Terrorismus. Bei dem 32-Jährigen handele es sich um einen australischen Staatsbürger afghanischer Herkunft, der den Sicherheitsbehörden nicht als Terrorverdächtiger bekannt sei, sagte der geschäftsführende Polizeichef Shane Patton am Donnerstagabend Reportern. Es gebe aber Hinweise auf Drogenkonsum und psychische Probleme.

Der 32-Jährige war am Donnerstagnachmittag in der Innenstadt mitten im Berufsverkehr und Weihnachtsrummel in eine Menschenmenge gerast - absichtlich, wie die Polizei im Einklang mit Berichten von Augenzeugen sagte. Er und ein zweiter Mann wurden noch vor Ort festgenommen. Von dem zweiten Festgenommenen hieß es nun, dieser habe wohl nichts mit der Tat zu tun.

19 Verletzte werden im Krankenhaus behandelt, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte. Zuvor war von sieben Menschen in Kliniken die Rede gewesen. Andrews sprach von einem „bösen, absichtlichen, feigen Akt“.

Der Verdächtige habe in jüngerer Zeit mehrfach wegen Verkehrsvergehen mit der Polizei zu tun gehabt, sagten Polizeisprecher. Auch sei ein kleinerer Überfall aus dem Jahr 2010 bekannt.

Ursprungsmeldung

In der australischen Großstadt Melbourne ist ein Autofahrer mitten im abendlichen Berufsverkehr in eine Menschenmenge gerast und hat 14 Passanten verletzt, einige von ihnen schwer. Der Mann sei mit Absicht in die Fußgänger in der Innenstadt nahe dem Bahnhof Flinders Street gefahren, sein Motiv sei aber noch unklar, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagabend zwei Stunden nach dem Vorfall.

Der Fahrer und ein weiterer Mann, der offenbar mit im Wagen gesessen hatte, seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Beamte waren demnach schnell vor Ort gewesen.

Sieben Menschen schwer verletzt

Unter den Verletzten war den Angaben zufolge auch ein Kleinkind. Sieben Menschen mussten wegen schwerer Verletzungen in Krankenhäusern behandelt werden, sagte der Polizeisprecher weiter.

Augenzeugen hatten bereits zuvor dem Rundfunksender Network Ten berichtet, der Fahrer sei absichtlich und mit hohem Tempo von etwa 100 Kilometern pro Stunde in die Passanten gerast. Die Gegend war zu dem Zeitpunkt des Geschehens nicht nur wegen vieler Pendler voller Menschen. Auch waren viele unterwegs, um letzte Weihnachtseinkäufe zu erledigen.

„Menschen flogen herum“

Den Berichten von Passanten zufolge soll der Autofahrer mit seinem weißen Geländewagen gegen 16.40 Uhr über eine rote Ampel gefahren und in die Passanten gefahren sein, als diese gerade den größten Zebrastreifen in Richtung der Bahnstation überquerten. Er habe ganz offensichtlich Menschen treffen wollen, weil er direkt auf die größte Menge zugesteuert sei.

„Wir konnten diesen Lärm hören“, sagte eine Augenzeugin namens Sue dem Melbourner Radiosender 3AW: „Als wir nach links schauten, sahen wir dieses weiße Auto, es mähte einfach alle um. Menschen flogen überall herum. Wir hörten bumm, bumm.“ Ein Mann namens David berichtete Network Ten: „Alles, was ihn langsamer machte, war der Aufprall auf die Körper. Ich hörte nur bang, bang, bang.“

Erinnerungen an Vorfall im Januar

Der Vorfall ähnelt einem anderen vom Januar, als ein Fahrer am selben Ort zu einer Fahrt ansetzte und dort sowie in einer Fußgängerzone in Passanten raste. Sechs Menschen wurden getötet, 30 verletzt. Dem Fahrer wird sechsfacher Mord vorgeworfen. Der Vorfall vom Januar wird nicht als Terrorakt behandelt.

dpa