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Marion Buthe-Murawski - die Turn-Mutter des TV Lünen

LÜNEN Alle Turner sind zusammen eine große Familie. Es gibt aber auch Turnvereine, die sind selbst eine kleine Familie. Der TV Lünen 78 ist ein solcher. Und die Mutter ist Marion Buthe-Murawski. Ein Porträt.

von Von Bernd Janning

, 11.12.2007
Marion Buthe-Murawski - die Turn-Mutter des TV Lünen

Marion Buthe-Murawski, die Turn-Mutter des TV Lünen 78.

80 Mitglieder zählt der TV 78. Stellt man ihn neben den Lüner SV mit seinen 1200 Turnern, dann sieht man ein Duo wie David und Goliath.

Zum kleinen, aber tapferen David gehört Marion Buthe Murawski - und die 53-Jährige ist in Personalunion bei den 78-ern vieles: Vorsitzende, Übungsleiterin, Mutter des Klubs.

Von dessen Anfängen vor knapp 30 Jahren ist nicht mehr viel überliefert. Der früh verstorbene Jörg Rehag, der aus der Turnschule des Lüner SV kam, gründete den Verein. Jungenturnen war sein Markenzeichen. Ein erfolgreiches.

Fünf Jahre war der Verein erst alt, als er das erste Mal der erfolgreichste bei der Lüner Stadtmeisterschaft war. Ein Vierteljahrhundert später holte sich der TVL 78 wieder diese Auszeichnung. Jetzt waren die Mädchen die treibende Kraft.

Beständiger Neuaufbau

Es war 1999, als Marion Buthe-Murawski den Weg zum TV Lünen fand. Seitdem hat sie in der Halle an der Weißenburger Straße ihre Seele verloren.

Verloren und gewonnen hat sie dort in den vergangenen zehn Jahren mehrfach. Da gab es eine Mutter- und Kind-Gruppe, eine Frauen-Gruppe - beides Vergangenheit. "Wir haben einfach keine Übungsleiter bekommen", blickt Buthe-Murawski auf eine kleine Niederlage zurück.

Je acht Mädchen für das allgemeine und das Leistungsturnen fanden sich einmal zusammen und trainierten gemeinsam mit ihr. "Leistung heißt auch Beständigkeit. Und die war nicht immer gegeben", sagt die Übungsleiterin. Die Gruppen versandeten. Beständig blieb der Neuaufbau.

Im Jahr 2000 entstand eine neue Leistungsgruppe. Julia Murawski, das einzige Kind der Trainerin, gehörte dazu, Jana Neuman und Janin Götze. Später folgten noch Lisa Busch und Tanja Lokancevic.

"Stimmen die schulischen Leistungen nicht, oder andere Interessen kommen dazu, springt die eine oder andere wieder ab", sagt Marion Buthe-Murawski. Sie kennt das Leben.

Das Geld reicht so gerade

Aber der TVL sprang auch auf Erfolgszüge. Beim allgemeinen Turnen, der Hobbyabteilung im Verein, machen bis zu 35 Kinder mit. In der aktuellen Leistungsgruppe stehen ein Dutzend Turner. Dazu gehören die zwölf- bis 17-jährigen Mädchen, die bei den Gaumeisterschaften starten dürfen. Die jüngeren, die andere Hälfte dieser Gruppe, treten bei den so genannten neuen P-Übungen an.

4,50 Euro für die Hobby-Turner, 5,50 Euro für die Leistungsgruppe, jetzt 7 Euro für die Männer an Beiträgen. Spenden sind immer willkommen. Das Geld reicht gerade, das Jahr wird mit Plus-Minus-Null abgeschlossen.

Marion Buthe-Murawski: "Wir können uns keine großen Sprünge erlauben. Ohne die Unterstützung der Mütter unserer Turnerinnen ginge es gar nicht. Wir können uns keinen Bus leisten." Also übernehmen die Mütter den Fahrdienst zu den Kampfrichterschulungen, zu denen die Turnererinnen als "Übungsobjekte" mitfahren. Auch bei Ausflügen stehen sie parat.

Training mit der Deutschen Meisterin

Die Vorsitzende und Trainerin: "Wir haben gerade noch einen Ausflug zum Schwimmen nach Schwerte gemacht. Der Verein hat den Eintritt bezahlt. In den großen Ferien gibt es in der Halle eine Übernachtung - eine Freizeit in der Jugendherberge ist bei uns nicht drin. Wir feiern aber Karneval, ziehen auch im Frühjahr wieder mit dem traditionellen Karnevalsumzug durch Lünen-Süd."

Marion Buthe-Murawski fing mit acht Jahren beim Lüner SV mit dem Turnen an, punktete dort als Teenager in der Leistungsgruppe. Ihre inzwischen 87-jährige Mutter Ursula, 1945 übrigens Mitbegründerin des Turnens im VfB Lünen 08, und der verstorbene Fred Hutschenreuther führten sie an Reck und Balken heran.

Besonders geschult wurde sie jeden Samstag über drei Stunden in der Lüner Rundsporthalle. Niemand anders als die deutsche Turnmeisterin Ursula Sczepan aus Dortmund war da ihre Trainerin. "Dazu gehörte verpflichtend Ballett. Zwei Jahre habe ich damals in der Schule von Klaus Richter getanzt", erinnert sie sich.

Die jungen Leute kommen nach

Mit 17 Jahren machte sie ihren Übungsleiterschein. "Das reicht. Ich bringe Erfahrung über Jahrzehnte mit." Bis zu ihrem 25. Lebensjahr turnte Marion Buthe-Murawski aktiv. Dann wechselte sie in die Gymnastik, übernahm erste Traineraufgaben.

Jetzt kommen junge Leute nach. In ihrem Verein haben jetzt Sarah Grajek (16), Tim Ridder (16) und ihre Tochter Julia (17) den Helferschein. Sie könnten einmal zu Trainern aufrücken - und dann vielleicht auch kleine Mütter und Väter des Vereins werden.

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