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Markus Dömer - der Mann mit dem Riesen-Billard-Tisch

CASTROP-RAUXEL Wenn früher nach guten Partien anerkennend geflachst wurde: "Du musst auf dem Tisch geschlafen haben", dann gehörte das in die Rubrik "Floskel". Markus Dömer allerdings, Castrop-Rauxels Billardspieler der Spitzenklasse, könnte das theoretisch tun. Wir haben ihn zu Hause besucht. Ein Porträt.

von Von Jürgen Weiß

, 20.12.2007

Dömer hat nämlich in der Dach-Etage, also ganz nah am Schlafzimmer seines neuen Domizils in Ickern, den Traum eines jeden Billardspielers mit dem eigenen großen Tisch in die Tat umgesetzt. Beim Presse-Besuch in Dömers vier Wänden wurden Erinnerungen an einen bekannten Werbespot wach: "Mein Auto, mein Haus, mein Billard!" Sensationell, das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen. Das "Große Billard" eben, und nicht die in den meisten Vereinen aufgebauten kleineren Spielgeräte, an denen der "normale" Alltagsverlauf der heimischen Queue-Spieler stattfindet.

Hans-Dampf in allen Billard-Gassen

Wie selten diese Tische sind, zeigt die Tatsache, dass der ABC Merklinde als klassenhöchster Club einzig und allein in der Stadt über dergleichen verfügt. Jetzt eben auch bei Markus Dömer ganz privat, der mit Frau, Hund und einer größeren Katzenfamilie alles zu Hause hat, was ihm lieb und teuer ist.

Der aus dem BSC Mengede hervorgegangene "Hans-Dampf in allen Billard-Gassen" kann, trotz aller anderer Spezialisten dieses Vereins, mit Fug und Recht als Aushängeschild des ABC Merklinde (Dömer: "Immer noch mein Verein") bezeichnet werden. Nach einer intensiven trainingsreichen Jugendzeit (Dömer: "Nach den Schularbeiten ging es gleich in den Mengeder Billardkeller") stieg die Leistungskurve konstant an.

Er, der auch als talentierter Kicker bis in die erste Fußballmannschaft der SG Mengede 08/20 vorpreschte, gewann nach diversen Pokalgewinnen am kleinen Billard erstmals am "Großen" die Deutsche Einband-Meisterschaft 2001. Die Wiederholung des Titels gelang 2006 in Bad-Wildungen.

Dort hatte er "Einband-Ikone" Wolfgang Zenkner aus München im Finale besiegt. Die "Krönung" erfuhr der Versicherungskaufmann der "Zürich-Gruppe" bei der "Deutschen" 2007 in der Königsdisziplin, dem Dreiband. Hier wurde er überraschend Vizemeister.

Traumziel erste Mehrkampfliga - längst erreicht

Und in dieser Spielart strebt Dömer, der sich auf Feiern auch schon mal als Disc-Jockey verpflichten lässt, neuen Zielen entgegen. Nachdem er mit dem ABC das "Traumziel" erste Mehrkampfliga erreichte, machte er sich auf zu neuen Ufern. Einem kurzen Gastspiel beim BSC Hasselt am Niederrhein, folgten höhere "Weihen" beim BC Horster-Eck in Essen.

Dort spielt er mit dem besten deutschen Dreibandspieler, Martin Horn, in der Bundesliga. In den Niederlanden beim Club Karel Lassche steht mit Frederic Caudron einer der weltbesten Cracks in seinem Team.

Und mit Nationalspieler Horn hat sich mittlerweile eine Freundschaft entwickelt. Der Deutsche Spitzenspieler, dem Dömer  erst kürzlich im Dreibandfinale unterlag, schaut so alle vierzehn Tage zu einer Trainingseinheit vorbei. Ein Billardraum zum "Zunge schnalzen".

Für das gemütliche Ambiente sorgen moderate Töne aus der wattstarken Musikanlage, große Grünpflanzen und jeder Menge Utensilien aus dem Karambolagen-Umfeld. Riesenpokale, Urkunden und Medaillen zeugen von den sportlichen Erfolgen.

Der Tisch wiegt 1,5 Tonnen

Eine Miniatur-Billardstätte, von seiner Ehefrau Chrissy gebastelt, laut Dömer "das schönste Geschenk", steht für alle Besucher gut postiert auf einem Ehrenplatz. Für die "Aktion eigener Billardtisch" musste der Architekt schon vor der Bauphase eine besondere Planung einlegen. Dömer: "Der Tisch wiegt 1,5 Tonnen, das wurde extra berücksichtigt."

Dömer hofft natürlich durch die idealen Trainingsbedingungen vor allem seinen Dreiband-Schnitt zu steigern. Dazu kommen die zahlreichen internationalen Einsätze, die ihn mit den besten Billardspielern der Welt zusammen bringen. Und trotzdem ist Dömer reiner Amateur. Die Fahrten und Unterkünfte zu den Turnieren in ganz Deutschland sind teuer.

Dömer: "Ich wäre schon froh den einen oder anderen Sponsor zu finden, um wenigstens meine Kosten auszugleichen. So würde sich meine Internetseite, die von zahlreichen Besuchern angeklickt wird (3000 pro Woche), für ein Werbelogo anbieten!"

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