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Mehr tödliche Motorradunfälle: Zunahme um zwölf Prozent

Bei Motorradunfällen sind im vergangenen Jahr in NRW deutlich mehr Menschen gestorben. Der Innenminister warnte in Wuppertal vor allzu forscher Fahrweise und Risikobereitschaft. Oft würden Motorradfahrer aber auch von Autofahrern übersehen.

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Wuppertal

, 26.03.2018
Mehr tödliche Motorradunfälle: Zunahme um zwölf Prozent

Ein Motorrad liegt nach einem tödlichen Motorradunfall auf der Fahrbahn. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Die Zahl der tödlichen Motorradunfälle ist im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen um zwölf Prozent gestiegen. „Das ist eine traurige Entwicklung“, so NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Montag in Wuppertal. 84 Menschen kamen bei Motorradunfällen ums Leben - neun mehr als im Vorjahr. Mehr als jeder zweite Motorradfahrer habe den Unfall selbst verursacht. Viele seien zu schnell unterwegs gewesen.

Fahranfänger und Wiedereinsteiger seien besonders betroffen. Waghalsigkeit, mangelnde Fahrpraxis und Selbstüberschätzung mit leistungsstarken Maschinen führten zu folgenschweren Unfällen. Reul warb zum Start der Motorradsaison an einer bei Motorradfahrern beliebten Strecke für mehr Sicherheitsbewusstsein.

Der Minister sah sich zugleich das Präventionsprojekt „Am Limit lenkt der Zufall“ der Wuppertaler Polizei an. In dem Netzwerk tauschen Biker ihre Erfahrungen aus und bieten Übungen an. „Für Motorradfahrer ist es überlebenswichtig, die eigene Geschwindigkeit und die Maschine richtig einschätzen zu können“, so Reul.

Ein Drittel der tödlichen Unfälle geschehe auch, weil Autofahrer Bikern die Vorfahrt nahmen oder mit ihnen beim Abbiegen kollidierten. Häufig unterschätzten Autofahrer die Geschwindigkeit entgegenkommender Motorräder, so das Ministerium.

Am Sonntag starb ein 58-jähriger Motorradfahrer nach einer Kollision in Grevenbroich. Auf einer Ampelkreuzung war er aus ungeklärter Ursache mit dem Auto eines 86-Jährigen zusammengeprallt.

Der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) verweist auf die allgemein gestiegenen Unfallzahlen. Während bei den Autos die Technik immer zuverlässiger Todesfälle verhindert, seien Biker nicht in gleicher Weise geschützt. „Wir haben halt keine Knautschzone“, sagt der BVDM-Vorsitzende Michael Lenzen.

Schlecht geflickte Straßen, unachtsame Autofahrer und ein bisweilen zu großes Vertrauen der Biker in die elektronischen Helfer täten ein Übriges. Helfen könnten vor allem zusätzliche Sicherheitstrainings.