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Meistercoach Moculescu: „Kann man oder man kann es nicht“

Berlin. Der Zehn-Wochen-Plan von Trainer-Routinier Moculescu geht auf: In seinem alten Wohnzimmer in Friedrichshafen führte er die BR Volleys zu einer besonderen Meisterschaft. Jetzt geht er ins Rentnerleben zurück und der Berliner Club steht vor einem großen Umbruch.

Meistercoach Moculescu: „Kann man oder man kann es nicht“

Berlins Trainer Stelian Moculescu mit der Meister-Trophäe. Foto: Felix Kästle

Als Meistertrainer Stelian Moculescu im Terminal C am Ausgang auftauchte, ging die Party der treuesten Berliner Volleyballfans weiter.

Viele von ihnen waren noch in der Nacht nach dem entscheidenden 3:0-Sieg der BR Volleys beim Erzrivalen VfB Friedrichshafen in die Hauptstadt zurückgefahren - und rund 50 Anhänger in orangen Trikots begrüßten Moculescu und seine Champions im Flughafen Tegel lautstark. „Ich bin so glücklich wie lange nicht“, sagte der Trainer-Oldie, der in nur 86 Tagen aus einer verunsicherten Mannschaft ein Meisterteam geformt hat.

„Es bedeutet mir sehr viel. Die Jungs haben sensationell mitgemacht. Mein 20. Titel - ich wollte eine runde Zahl. Ich höre jetzt so auf, wie ich es mir gewünscht habe und nicht wie vor zwei Jahren“, betonte der 68 Jahre alte Moculescu. „Einige von uns haben überhaupt nicht geschlafen“, verriet Diagonalangreifer Paul Carroll, der in der neuen Saison in der russischen Liga spielen wird. Auch rund 30 Anhänger waren bei der Meisterfeier im Teamhotel am Bodensee dabei. „Wir wussten, dass wir zu den Endspielen fit sind“, kommentierte Moculescu den Ausgang der spannenden Finalrunde, die mit 3:2-Siegen an Berlin ging. „Meine Mannschaften waren immer bei den Endspielen fit“, ergänzte der gebürtige Rumäne, der vor dem Titel mit Berlin seinen Ex-Club Friedrichshafen zu 13 Meisterschaften geführt hatte. Ein Geheimnis habe er dafür nicht: „Das kann man oder man kann es nicht.“

Schon wenige Minuten nach dem neunten Meistertriumph der Berliner hatte Moculescu seine Rückkehr ins Rentnerleben angekündigt. „Auf der Bank sieht mich keiner mehr“, sagte der Trainer-Guru nach dem entscheidenden 3:0 (25:20, 25:17, 25:22) in seinem ehemaligen Wohnzimmer gegen seinen langjährigen Club. „Ich denke, zu 99,9 Prozent werde ich nicht mehr Trainer sein“, sagte Moculescu.

In Berlin hat der Erfolgscoach in 86 Tagen seinen Zehn-Wochen-Plan „bravourös umgesetzt“, erklärte sein ehemalige Erzrivale Kaweh Niroomand und umarmte den Coach lange. Der Berliner Manager war nach einer lange verkorksten Saison auch über seinen Schatten gesprungen und hatte Moculescu zu einer Unterbrechung seiner Rentnerzeit überredet. „Es freut mich für ihn, dass er zeigen konnte, er kann's noch. Das war ja nicht einfach“, bemerkte Niroomand.

Moculescus Timing stimmte: Vor 3910 Zuschauern in der ausverkauften ZF Arena zauberten die Berliner ihr mit Abstand bestes Saisonspiel auf das Parkett. Selbst der sonst so kritische Moculescu befand: „Wir haben ein perfektes Spiel gemacht. So gut hat selten eine deutsche Mannschaft gespielt.“ Der erste Titel mit Berlin ist für ihn noch einmal ganz besonders: „Ich habe es genossen.“

Kapitän Robert Kromm hob im größten Jubel die Bedeutung von Moculescu hervor: „Er hat uns taktisch einfach gut eingestellt.“ Und der US-Amerikaner Kyle Russell ergänzte: „Er hat uns einfach erlaubt, unser Spiel zu spielen. Er sagte, wir sollen uns nicht vor Fehlern fürchten, sondern die ganze Zeit 100 Prozent geben, dann werden gute Dinge passieren“.

Bei den BR Volleys wird es nach dem geglückten Titel-Hattrick nun einen großen Umbruch geben. Neben dem Trainer verkündete Diagonalangreifer Caroll seinen Abschied aus Berlin. Der Australier war seit 2011 das Gesicht und der Erfolgsgarant des Vereins. Auch für den 34-jährigen Kromm war das fünfte Finale wohl sein letztes Spiel für den Hauptstadtclub.

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