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Merrill Lynch mit Rekordverlust

New York (dpa) Die krisenbelastete US-Investmentbank Merrill Lynch ist nach einem Rekord-Quartalsverlust von fast 10 Milliarden Dollar auch im Gesamtjahr 2007 tief in die roten Zahlen gestürzt.

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Merrill Lynch mit Rekordverlust

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Die krisenbelastete US-Investmentbank Merrill Lynch ist nach einem Rekord-Quartalsverlust von fast 10 Milliarden Dollar auch im Gesamtjahr 2007 tief in die roten Zahlen gestürzt.

Die Bank muss durch die Kreditkrise nochmals 11,5 Milliarden Dollar (7,8 Mrd Euro) allein wegen fauler Hypothekenpapiere abschreiben. Merrill Lynch trägt damit klar die rote Laterne unter den Investmentbanken.

Die Ergebnisse seien völlig inakzeptabel, sagte der neue Merrill Lynch-Chef John Thain am Donnerstag in New York. Die drittgrößte US- Investmentbank verlor 2007 insgesamt 7,8 Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte sie noch 7,5 Milliarden Dollar Gewinn eingefahren. Ihre Gesamtabschreibungen durch die Kreditkrise summieren sich auf bislang rund 20 Milliarden Dollar.

Die Ergebnisse fielen dramatisch schlechter aus als von Analysten erwartet. Die Aktie fiel vorbörslich um mehr als drei Prozent auf rund 53,40 Dollar. Binnen zwölf Monaten büßte die Bank mehr als 40 Prozent ihres Börsenwerts ein.

Experten schließen weitere Milliardenabschreibungen bei Merrill Lynch wie bei anderen Banken nicht aus. Die Kreditkrise sei noch nicht endgültig verdaut und werde sich noch weit ins laufende Jahr hineinziehen. Die großen US-Banken haben bisher weit über 100 Milliarden Dollar wegen der Kreditkrise abgeschrieben. Die heftigsten Wertverluste erlitt die größte US-Bank Citigroup.

Merrill Lynch musste bisher mehr bereinigen als alle anderen Investmentbanken und ist die einzige mit einem Jahresverlust. Im ersten Halbjahr hatte Merrill Lynch noch einen Rekordgewinn vermeldet. Wegen der Fehlspekulationen mit schwach besicherten Kreditpapieren ging es seither steil bergab.

Der erst seit Dezember amtierende Thain muss derzeit unter Hochdruck die Kapitalbasis der schwer problembeladenen Bank stützen. Merrill Lynch verschaffte sich zuletzt wie andere Banken weltweit dringend benötigte Kapitalspritzen von rund 13 Milliarden Dollar. Unter anderem stiegen schwerreiche ausländische Staatsfonds aus Asien und der arabischen Welt als neue Großaktionäre ein. Den Mitarbeitern steht laut Berichten ein massiver Stellenabbau bevor.

Im vierten Quartal lag der Verlust der Bank bei exakt 9,8 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor. Das Minus je Aktie lag bei 12,01 Dollar nach einem Plus von 2,41 Dollar vor einem Jahr. Die Verluste wären noch höher ausgefallen, wenn nicht Sparten wie die Vermögensverwaltung gute Gewinne eingefahren hätten. Insgesamt musste die Bank in allen Geschäftsfeldern rund 15 Milliarden Dollar abschreiben.

Thains Vorgänger Stan O'Neal hatte im November seinen Hut nehmen müssen. Er verließ die von ihm in die Verluste geführte Bank mit Gesamtansprüchen im Wert von 161,5 Millionen Dollar.

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