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Metro pokert um bestes Angebot für Kaufhof

Düsseldorf (dpa) Keine gute Nachrichten für die Metro-Tochter Kauhof: Noch bevor die Verkaufsgespräche begonnen haben, beginnt das Warenhausgeschäft des Düsseldorfer Handelsriesen zu schwächeln.

Metro pokert um bestes Angebot für Kaufhof

Galeria Kaufhof schließt drei Geschäfte.

Konzernchef Eckhard Cordes sprach bei der Vorlage der Geschäftszahlen am Donnerstag in Düsseldorf von einem «sehr schwierigen Quartal» für den Kaufhof. Als einzige der vier Sparten im Metro-Konzern verzeichnete die Tochter in den ersten neun Monaten bedingt unter anderem durch die schlechte Witterung mit 55 Millionen Euro einen operativen Verlust. Jetzt setzt Metro auf das Weihnachtsgeschäft.

Für den Kaufhof-Verkauf sieht Cordes jedoch weiterhin keine Eile. «Es gibt keinen Zeitdruck», sagte der Vorstandsvorsitzende, der nach wochenlangen Querelen und Spekulationen um seine Person unlängst angekündigt hatte, nicht mehr für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

Cordes' Vertrag endet im Oktober 2012. Branchenkenner erwarten allerdings, dass der Topmanager den Konzern früher verlassen wird, wenn über einen Nachfolger entschieden wurde. Noch im Laufe dieses Monats könnte im Aufsichtsrat eine Entscheidung fallen. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten Vorstandsmitglied Joel Saveuse, ein ausgewiesener Handelsexperte, und Finanzvorstand Olaf Koch, dessen Vertrag der Aufsichtsrat am Mittwoch um drei weitere Jahre verlängert hatte.

Zu Presseberichten über den geplanten Kaufhof-Verkauf äußerte sich Cordes zurückhaltend. Es werde mit den potenziellen Käufern gesprochen, sagte er, aber es müsse ein angemessener Preis erzielt werden. Darüber hinaus müsse ein Käufer auch in der Lage sein, das Warenhausgeschäft verantwortlich fortzuführen, betonte der Metro-Chef.

An einer Übernahme von Kaufhof ist neben der österreichischen Immobilienfirma Signa auch Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen interessiert. Der deutsch-amerikanische Geschäftsmann plant, die Karstadt- und Kaufhofhäuser unter dem Dach einer Warenhaus AG zusammenzuführen. Die Gewerkschaft Verdi äußerte sich kritisch zu solchen Plänen. Sie sieht in dem Fall Tausende von Arbeitsplätzen bedroht.

Unterdessen kündigte Signa-Chef René Benko in einem Gespräch mit der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag) an, sich keinesfalls auf ein Wettbieten mit Berggruen einzulassen. «Sonst würden wir uns eher zurückziehen», sagte er der Zeitung. «Signa bietet einen attraktiven Preis, das ist am Ende des Tages auch für Metro attraktiv», sagte Benko der Zeitung. Aus seiner Sicht ist die Immobilienfirma «ein sehr bevorzugter Investor». Hinter der Gruppe steht der griechische Reeder und Milliardär George Economou. «Unser Ziel ist es, in diesem Jahr zu unterschreiben.»

Trotz abflachender Konjunktur und der Schuldenkrise in Europa steuert der Metro-Konzern 2011 auf eine Rekordergebnis zu. Dabei setzt der Vorstand vor allem auf umsatzstarke vierte Quartal. Das Ziel von zehn Prozent Plus beim bereinigten operativen Ergebnis in diesem Jahr sei erreichbar, unterstrich Cordes - aber nur, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich besser laufe als im Vorjahr.

In den ersten drei Quartalen 2011 hatte die Metro den Umsatz um mit 47,2 Milliarden Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres gehalten. Das betriebliche Ergebnis vor Sonderfaktoren klettert um 16,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Auch bei den Elektronikfachmärkten Media-Saturn, die im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht waren, sei die Wende geschafft.

An der Börse gehörten Metro-Aktien zu den Gewinnern im deutschen Leitindex Dax. Gegen Mittag lagen die Anteilsscheine des Handelsriesen mit rund 5 Prozent im Plus.

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