Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Milch macht Minister munter

DÜSSELDORF Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Eckhard Uhlenberg (CDU) haben ein Projekt zur Schulmilchförderung vorgestellt. „Wir müssen das gesunde Lebensmittel Milch für die Kids wieder attraktiver machen“, sagte Seehofer am Donnerstag in Düsseldorf.

Das Forschungsprojekt wird vom Bund mit 9,3 Millionen Euro unterstützt. Das Land stellt 400 000 Euro zur Verfügung. Das Projekt startet im Januar 2008 und wird von der Milchwirtschaft unterstützt. Derzeit kostet ein Viertelliter Vollmilch an den Schulen zwischen 20 und 40 Cent. „Die Wahl für das Modellvorhaben fiel auf Nordrhein-Westfalen, weil die Schulmilcharbeit in NRW Anerkennung verdient“, sagte Seehofer. In den vergangenen 15 Jahren sei der Konsum von Schulmilch teilweise leider um fast 70 Prozent zurückgegangen.

Opposition: Modellprojekt ist gut und richtig

Die Schulkinder bräuchten aber die Nährstoffe und Vitamine der Milch für eine gesunde Entwicklung, sagte der Minister. Darum sollen Wissenschaftler zwei Jahre lang erkunden, wie die Attraktivität der Milch gesteigert werden kann. Auch Milchmischgetränke und Joghurts sollen angeboten werden. „Mir hat früher auch Kakao besser geschmeckt“, sagte Seehofer. „Ein Modellprojekt zur Untersuchung des Milchabsatzes an Schulen ist gut und richtig, aber wir brauchen gesundes Essen mit Milch für alle Kinder“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Johannes Remmel. Milch, besonders Bio-Milch, sei ein wichtiger Beitrag zu einer gesunden Ernährung. „Dazu muss das Land sich wieder selbst bei der Schulmilchförderung angemessen engagieren, statt die Mittel dafür zu kürzen“, sagte Remmel. Das wäre ein erster Schritt hin zu einer gesunden Ernährung, und dazu gehöre auch ein warmes Schulessen für alle Kinder.

Auswertung vor dem Hintergrund der Ganztagsbetreuung

Uhlenberg kündigte an, dass die Erkenntnisse aus dem Schulmilchprojekt auch vor dem Hintergrund der Ganztagsbetreuung ausgewertet würden. Für die nächsten Jahre wolle man Konsequenzen für die Schulnahrung insgesamt ziehen. Andere europäische Länder wie Großbritannien debattierten seit Jahren darüber, den Schülern gesunde Mahlzeiten anzubieten. Seehofer verteidigte zugleich die steigenden Preise für Milchprodukte. Es sei wichtig, dass die Milchbauern mit „fairen und kostendeckenden Preisen“ wirtschaften könnten. Dies sei in der Vergangenheit nicht immer so gewesen. Die Bundesregierung habe aber genauso die Interessen der Verbraucher im Auge, sagte Seehofer. „Wir beobachten die Inflation sehr genau“, fügte er hinzu. Gerade „die kleinen Leute“ müssten sich Milch und Milchprodukte weiterhin leisten können.

Anzeige
Anzeige