Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Milchbauern fordern "faire Preise"

BERLIN Die Milchbauern haben mit einer Aktion vor dem Reichstag in Berlin für „faire“ Milchpreise geworben. „Es ist klar, dass alle in der Kette ihre Kosten decken müssen“, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber, am Mittwoch.

Anzeige
Milchbauern fordern "faire Preise"

Protest der Milchbauern vor dem Reichstag.

Mit 16 Kunstkühen aus Plastik namens „Faironika“ warben die Milchbauern für Verständnis bei Verbrauchern. Die Preise müssten für die Bauern kostendeckend und für Verbraucher bezahlbar sein, sagte Schaber. Um ihre Kosten zu decken, müssten die Milchviehhalter mindestens 40 Cent pro Liter bekommen. Derzeit sind es nach Angaben des Bauernverbands im Durchschnitt nur knapp 36 Cent.

Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) stellte sich hinter die Milchviehhalter. „Die Milchbauern brauchen nach 25 Jahren Unterdeckung faire und kostendeckende Preise“, sagte er der dpa. Wer wolle, dass weiter hochwertige Nahrungsmittel hergestellt werden, müsse dafür sorgen. Der Deutsche Bauernverband sieht am Rohstoffmarkt bereits ein Ende des Aufwärtstrends der Milchpreise. Die Notierungen für Magermilchpulver und Butter seien seit etwa einem Monat nicht mehr gestiegen, sagte Generalsekretär Helmut Born. Für Milchprodukte wie Käse oder Quark rechne er aber weiter mit einem festen Trend bis ins nächste Jahr.

Aktion die 13 Ländern

Die Kuh-Aktion des European Milk Board sollte am Mittwoch in 13 europäischen Ländern stattfinden. Die deutschen Milchbauern wollen in den Bundesländern weiter für „faire Milchpreise“ werben. Der Bauernverband erwartet, dass die Milchviehhalter im Dezember oder Januar durchschnittlich 40 Cent pro Liter Milch von den Molkereien bekommen. Die Linke-Agrarpolitikerin Kirsten Tackmann sagte, die Forderung nach fairen Erzeugerpreisen sei gerechtfertigt. Für Verbraucher kostete der Liter Frischmilch im September nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) 69 Cent je Liter, 11 Cent mehr als vor einem Jahr.

Milchseen verhindern

Der Bauernverband forderte von Seehofer eine klare Aussage zum Ende der europaweiten Milchquote, die 2015 auslaufen soll. „Genau dieses Signal ist gerade aus der bundesdeutschen Politik nicht so gekommen, wie wir es gerne gehabt hätten“, sagte Born. Seehofer macht die Zustimmung von einem Konzept der EU-Kommission für Milchbauern abhängig. „Ich gebe nicht auf einem europäischen Altar die Milchquote auf, ohne zu wissen wie es weiter geht“, sagte er. Die Produktionsbeschränkung, die 1984 eingeführt wurde, sollte Milchseen verhindern. Der FDP-Agrarpolitiker Hans-Michael Goldmann warf Seehofer „Lavieren und Taktieren“ vor. Die Milchbauern fordern eine flexiblere Regelung der Quoten.

Anzeige
Anzeige