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Milchbauern spüren Verständnis

NORDKIRCHEN Kaum jemandem ist die Preissteigerung bei Milchprodukten entgangen. Aber ist diese Preiserhöhung auch an unsere Landwirte weitergegeben worden? Hierüber sprach RN-Mitarbeiterin Heidi Tripp mit dem Nordkirchener Ortslandwirt Herbert Lütke Holz.

von Von Heidi Tripp

, 11.12.2007

Er hält in Kooperation mit Hubertus Große Holz 90 Milchkühe und ist Mitglied im Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM).

 

Bekommen Sie jetzt 40 Cent pro Liter Milch und haben Sie mit der Erfüllung ihrer Forderung gerechnet?Lütke Holz:Im Oktober zahlte die Molkerei Humana erstmalig die geforderten 40 Cent, allerdings zeitverzögert, denn die Preise für Milch und ihre Eckprodukte waren schon zwei Monate zuvor angestiegen. Und nein ich habe nicht mit einer sollchen Preissteigerung gerechnet. Vor einem Jahr hätte ich eher gedacht, es gibt vielleicht sieben oder acht Cent mehr.

Wie erklären Sie sich das Nachgeben der Molkereien?Lütke Holz: Vom Frühjahr bis zum Sommer hörte man, das die Rohstoffe knapp würden. Auch die Eckprodukte wie Milchpulver und Käse waren stärker gefragt, es gibt keine großen Lagerhaltungen und Milchseen mehr. Dies brachte einen Umschwung der Molkereien mit sich. Erstmalig brachen Sie die Gespräche mit den Großhändlern ab und übten so Druck aus. Dass hatte es zuvor noch nie gegeben, da wurde sonst um halbe Cents gefeilscht. Aber die Molkereien hatten den Trend erkannt, denn durch den Wegfall der Lagerhaltung, konnte der Preis nicht mehr künstlich niedrig gehalten werden.

Denken Sie, dass die gemeinsame Forderung der Milchviehalter durch den BDM den Stein ins Rollen brachte und wie lange haben Sie für die 40 Cent gekämpft?Lütke Holz: Der BDM hat einen deutlichen Einfluss ausgeübt. Denn die Mitglieder des BDM wissen wovon sie reden, weil sie vom Fach sind. So konnte gemeinsam Druck auf die Molkereien ausgeübt werden, die diesen Druck dann widerum an den Handel weitergaben. Angefangen zu kämpfen haben vor über drei Jahren. Aus der Unzufriedenheit heraus, weil sich am Preis nichts bewegte und dass bei ständig steigenden Betriebskosten. Wir sahen unsere Interessen nicht ausreichend vertreten und so schlossen sich aktive Milchviehalter zusammen.

Sind Sie von Verbrauchern auf den Preisanstieg angesprochen worden?Lütke Holz: Ja. Ich habe bei den Verbrauchern nur Verständnis gespürt. Zum einen erhielt der Verbraucher durch die gute Aufklärung der Medien einen Einblick in die Lage der Landwirte. Zum anderen hat unsere Milch einen guten Ruf, sie ist ein Qualitätsprodukt das höchsten hygenischen Ansprüchen genügt und frei von Skandalen blieb, daher denke ich, ist der Verbraucher auch bereit mehr auszugeben.

Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung?Lütke Holz: Ja, das kann man so sagen, die Arbeit macht wieder mehr Spaß. Entlohnung hat auch immer etwas mit Anerkennung zu tun, wir können zufriedener sein, weil wir unsere Anerkennung für unsere tägliche Arbeit bekommen. Aber ich bin nicht euphorisch, sondern immer noch skeptisch, ob dass so bleibt.

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