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Mit Spikes oder weniger Luftdruck: Radfahren bei Glätte

Bremen/Bonn (dpa/tmn) Bei Kälte, Eis und Schnee ist vielen Radlern das Fahrradfahren zu ungemütlich und zu unsicher. Doch mit der richtigen Ausrüstung und mit vorsichtiger Fahrweise lässt sich auch der widrigste Winter auf zwei Rädern meistern.

«Es gibt kein schlechtes Wetter; es gibt nur schlechte Kleidung», heißt es beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Da der Körper beim Radfahren genügend Eigenwärme produziert, sollten sich Radfahrer im Winter nach dem «Zwiebelprinzip» anziehen: mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander statt einer dicken. Wichtig ist außerdem eine gute Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer - so sollte die Jacke Reflektoren besitzen. Damit der Helm trotz Mütze passt, müssen die Riemen neu eingestellt werden, sagt DVR-Experte Welf Stankowitz. Er sollte in jedem Fall fest sitzen.

Sommer- gegen Winterreifen auszutauschen, hat sich bei Fahrradfahrern noch nicht durchgesetzt. Für das Velo gibt es spezielle Winterreifen, die für Autofahrer längst Geschichte sind: Spike-Reifen, die für mehr Grip auf Eis und Schnee in der Lauffläche Nägel haben. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) im hessischen Bad Soden ist diese Reifen-Konstruktion für Autos in Deutschland verboten, für Fahrräder nicht.

Einen solchen Winterspezialisten hat beispielsweise der Hersteller Ralf Bohle aus Reichshof in Nordrhein-Westfalen für die Marathon-Serie seiner Reifenmarke Schwalbe auf den Markt gebracht. Der «Marathon Winter» besitzt wie ein Auto-Winterreifen Profilblöcke mit Quer-Lamellen - und Spikes. Bei schneefreier Straße werde der Reifen einfach stramm aufgepumpt - dann berühren die Spikes laut Ralf Bohle kaum mehr die Fahrbahn und der Spike-Reifen rollt wie ein gewöhnlicher Trekking-Reifen.

«Ich halte diese Reifen für sinnvoll», sagt DVR-Experte Stankowitz. Das Fahren auf Eis und Schnee werde damit sicherer. Allerdings seien sie eher etwas für Extremfahrer, die auch bei geschlossener Schneedecke zur Mountain-Bike-Tour starten.

Ähnlich sieht es Christoph Rasch, Zweiradexperte vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen: «Man muss sie nicht aufziehen - Alltagsradler brauchen keine Spike-Reifen.» Fahrradbesitzer könnten auch normalen Reifen zu mehr Grip auf winterlichen Straßen verhelfen, indem sie einfach etwas Luftdruck ablassen. Rasch empfiehlt, dabei je nach Straßenverhältnissen bis auf den Minimaldruck herunter zu gehen. Dieser ist in der Regel auf der Reifenflanke angegeben.

Ebenfalls im Winter zu empfehlen ist es laut Rasch, die Sattelstütze etwas niedriger einzustellen - und zwar so, dass Radfahrer bequem mit beiden Füßen auf den Boden gelangen können. Kommen sie auf Glatteis unfreiwillig ins Rutschen und droht Sturzgefahr, können sie laut DVR mit abgespreizten Beinen am Boden bremsend versuchen, sich und das Fahrrad aufrecht zu halten.

Der DVR rät, beim Bremsen eher die Hinterrad- statt die Vorderradbremse zu benutzen: «Das Vorderrad blockiert bei geringer Bodenhaftung schneller - was einen Sturz zur Folge haben kann.» Lenken und Bremsen müsse «mit Gefühl» erfolgen, so Rasch. «Wenn es einen auf einer Eisfläche wirklich erwischt, hat man kaum noch die Möglichkeit zu reagieren.»

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