Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Mit dem Finger am Abzug

SÜDKIRCHEN Für Sportschützen geht es nicht um den berühmten Zentimeter, für sie entscheidet oftmals der Millimeter. Christina Middrup kennt dieses Gefühl. "Dieser eine blöde Schuß", häufig ärgert sie sich über aüßerst knappe Ergebnisse.

von Von Malte Bock

, 28.08.2007
Mit dem Finger am Abzug

Sportschützin Christina Middrup greift zwar momentan seltener zum Gewehr, ist dafür aber sehr erfolgreich.

Doch wie entscheidend dieser eine Schuß sein kann, erfuhr die 24-Jährige Sportschützin nicht erst bei den Deutschen Meisterschaften am vorletzten Wochenende. Platz 28 mit dem Luftgewehr und Platz 16 mit dem Kleinkalibergewehr lauteten am Ende die Platzierungen.

Bei ihrer bereits zehnten Deutschen Meisterschaft erreichte sie damit in beiden Disziplinen ihr bestes Schießergebnis. Ein sehr beachtlicher Wettkampf, betrachtet man das Teilnehmerfeld in der Damenklasse mit 134 bzw. 94 Starterinnen.

Servicekauffrau

"Ich bin sehr zufrieden", resümiert Christina im Nachhinein. Zufrieden kann sie auch sein, erst recht, wenn die Sportschützin erzählt, welchen "Trainingsaufwand" sie im Vorfeld zu den "Deutschen" betrieben hat.

"Meine 'Knarre' hab ich sicher zwei Monate vorher nicht gesehen", sagt Christina locker. "Risiko", nennt sie das. Aufgrund ihres Berufes ist mehr jedoch nicht drin. "Ich schieße momentan nur noch was wichtig ist."

Als gelernte Servicekauffrau im Luftverkehr arbeitet die 24-Jährige am Flughafen Münster-Osnabrück. Im Schichtdienst. Verfolgen kann die passionierte Sportschüzin "ihren" Sport daher nur noch begrenzt. Doch liegt auch schon eine lange Karierre hinter der Südkirchenerin.

Mit zwölf Jahren hat sie erstmals in der Schießhalle des SSV angelegt. Vater Helmut, sportlicher Leiter des SSV, hatte sie mitgenommen. "Danach gab es keine wirkliche Pause mehr", erinnert sich Christina. Es folgte die Berufung in die Westfalenauswahl, mit 16 sogar die Berufung in den Kader der Nationalmannschaft.

EM-Teilnahme

Neben den zehn Teilnahmen an der Deutschen Meisterschaft, stehen zwei Teilnahmen an Europameisterschaften. Bei der EM im tschechischen Pilsen sprang im Jahr 2000 sogar der zweite Platz mit der Mannschaft heraus. Bei den "Deutschen" erreichte sie im Juniorenbereich den zweiten Platz im Einzel und wurde dreimal Dritte mit der Mannschaft.

Ihre Motivation für den Sport: "Weil immer alles passen muss". "Man muss den eigenen Körper und das Gewehr unter Kontrolle haben, dann müssen noch die äußeren Umstände passen", beschreibt die Schützin.

Gerne würde sie wieder mehr Schießen, doch sie weiß auch, "mit dem Schießen kannst du kein Geld verdienen".

Ab Oktober startet Christina wieder für die SG Hamm in der Luftgewehr- Bundesliga. "Dafür geht allerdings mein freies Wochenende drauf."

Lesen Sie jetzt