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Musikforum Bochum holt sich den Architekturpreis NRW

Zehn Auszeichnungen

Das Musikforum Bochum und die Folkwang-Uni Essen holen sich den Architekturpreis NRW. Aber auch am Rhein gibt es preisgekrönte Werke. Eines befindet sich sogar unter der Erde.

Bochum

, 11.07.2018
Musikforum Bochum holt sich den Architekturpreis NRW

Das Musikforum Bochum wurde bis 2016 vom Stuttgarter Büro Bez und Kock errichtet. © Gonzales

Architekt Thorsten Kock (52) freut sich sehr. „Es war ein illustres Feld“, sagt er über die zuerst 438 und später noch 49 Konkurrenten, die für einen der zehn Architekturpreise NRW zur Wahl standen. Aber sein Büro Bez und Kock in Stuttgart, das auch schon mal neue Botschaften für die BRD baut, hat sich einen der Preise geholt – mit dem Musikforum in Bochum.

Was war das Schwierigste an dem Umbau der St. Marienkirche und dem Anfügen des Konzertsaales? Überraschenderweise fängt Kock nicht mit dem genial als Foyer genutzten Gotteshaus an. „Das Schwierigste war die Verbindung zwischen Akustik und Optik“, sagt er. In der Zusammenarbeit mit der Stadt Bochum als Bauherrin und dem Generalmusikdirektor Steven Sloane hätte das Architektenteam viel hinzulernen müssen.

Zeitlos schönes Haus

„Wir haben uns in diesem Bereich am meisten entwickelt“, betonte Kock am Mittwoch. Seinem Büro sei auch die sorgfältige Auswahl der Materialen sehr wichtig. In diesem Fall waren es Terrazzoböden, amerikanisches Kirschbaumholz und Kupfer. Das Ziel sei eine gewisse Zeitlosigkeit gewesen. „Ob es dazu reicht, wird man in 20 Jahren sehen“, schmunzelt Kock. Zur Zeit baut er die Jutier- und Tonnenhallen in München um – und arbeitet dabei eng mit dem Münchner Kulturdezernenten Hans-Georg Küppers zusammen, der zuvor in Bochum tätig war und schon fast eine Legende ist.

Musikforum Bochum holt sich den Architekturpreis NRW

Auf Zollverein in Essen setzt der Kubus der Architekten MFG aus Stuttgart seit 2017 ein Zeichen. © krischerfotografie

Auch Essen hat einen Preis eingefahren. Bei der neuen Folkwang-Universität der Künste auf Zollverein lobte die Jury die rohe Materialität. Sie reagiere „gekonnt auf den genius loci (Geist des Ortes, die Red.), ohne die rostigen Stahlträger zu kopieren“. Wer sich vor Ort aufhält, merkt allerdings schnell, dass die Metall-Fassade nicht unumstritten ist.

Musikforum Bochum holt sich den Architekturpreis NRW

Die U-Bahn-Station Pempelforter Straße in Düsseldorf ist ein Gesamtkunstwerk in Düsseldorf, 2016 erdacht von den Netzwerkarchitekten Darmstadt. © Joerg Hempel

Einen Besuch wert ist auch die Wehrhahn-Linie in Düsseldorf. Künstler haben die sechs U-Bahnhöfe spektakulär gestaltet – eine „unterirdische Erlebniswelt“, meinte die Jury.

Das Düsseldorfer Büro Sieber hat der Kunstsammlung Philara eine neue Heimat im Stadtteil Flingern gebaut. Bis 6.9. macht das Haus Sommerpause, danach öffnet es donnerstags von 16-20 Uhr, sonst nur mit Führungen. Foto Müller

Musikforum Bochum holt sich den Architekturpreis NRW

Das Düsseldorfer Büro Sieber hat der Kunstsammlung Philara eine neue Heimat im Stadtteil Flingern gebaut. Bis 6.9.2018 macht das Haus Sommerpause, danach öffnet es donnerstags von 16-20 Uhr, sonst nur mit Führungen. © Stefan Müller

In Düsseldorf-Flingern ist für die private „Sammlung Philara“ ein wunderer Ort der Kunst entstanden. Der industrielle Charme einer Glasfabrik bleibt erhalten.

Musikforum Bochum holt sich den Architekturpreis NRW

Der Kölner Architekt Wolfgang Zeh hat winzige „Baulücke“ in seiner Heimatstadt genial geschlossen. © Zeh

Genial ist auch die winzige „Baulücke “ in Köln – eine Dreizimmer-Wohnung auf sechs Geschossen!

Ebenfalls preisgekrönt: Der „Rom-Hof“ für Studenten in Bonn, das Philosophische Seminar am Domplatz in Münster mit einem spektakulären Lichthof, die Firmenzentrale der Spenner GmbH in Erwitte, das schlichte private Haus Grau in Aachen und das Besucherzentrum Sparrenburg/Parklandschaft Johannisberg vom Berliner Architekten Max Dudler, der auch den Kubus der todschicken Folkwang-Bibliothek in Essen-Werden gebaut hatte.

Preisgelder gibt es nicht

Der alle drei Jahre ausgelobte, renommierte Preis des Bundes Deutscher Architekten ist nicht dotiert. Für die Kreativen gibt´s Urkunden und an den Gebäuden werden Plaketten angebracht.