Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Mutmaßlicher Brandstifter soll 360.000 Euro Schaden verursacht haben

Brandstiftungs-Prozess

Einen Brand in einer Schule in Oer-Erkenschwick soll ein junger Mann gelegt haben. Bei dem Feuer wurde ein Schaden in Höhe von 360.000 angerichtet. Das Urteil in dem Prozess steht kurz bevor.

BOCHUM

21.06.2018
Mutmaßlicher Brandstifter soll 360.000 Euro Schaden verursacht haben

© dpa

Der Prozess um den Brandanschlag zur Ermöglichung einer Diebestour ist auf die Zielgerade eingebogen. Das Urteil gegen den geständigen Schul-Brandstifter könnte schon an einem der nächsten Verhandlungstage fallen. Bei dem Feuer wüteten damals unfassbare 1000 Grad Celsius .

Wie berichtet, hat der Hauptangeklagte (27) bereits beim Auftakt vor dem Bochumer Landgericht zugegeben, am 8. Dezember 2014 durch ein zuvor von ihm zertrümmertes Fenster einen Molotow-Cocktail in das Gebäude der Friedrich- Fröbel-Schule in Oer-Erkenschwick geworfen zu haben. Bei dem dadurch entfachten Großbrand waren mehrere Klassenräume und ein Großteil des Daches zerstört worden.

Ablenkungsmanöver für Einbruch

Wie es am Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht hieß, war durch das Flammeninferno in der Förderschule ein Gebäude- und Inventar-Schaden in Höhe von rund 360.000 Euro entstanden. Die Temperaturen des Feuers bezifferte ein Brandsachverständiger auf vernichtende „800 bis 1000 Grad Celsius“.

Nach Angaben des Brandstifters war der Anschlag nichts anderes als ein perfides Ablenkungsmanöver. „Die Idee war, möglichst viele Kräfte der Polizei und der Feuerwehr zu binden, so dass wir einen Einbruch machen können, ohne erwischt zu werden“, hatte der Angeklagte erklärt. Durch den Schulbrand - und den in derselben Nacht verübten Brandanschlag auf ein Bettengeschäft an der Auguststraße - sei der Weg für ihn und einen Komplizen frei gewesen für einen Einbruch in ein Lottogeschäft in der Nachbarstadt Datteln. Dort waren Zigaretten im Wert von 1500 Euro gestohlen worden.

Angeklagter sitzt bereits in Haft

Im Prozess entschuldigt sich der Angeklagte jetzt bei jedem Zeugen einzeln – egal ob Sachverständiger oder Polizist. „Ich möchte sagen, dass mir das, was ich gemacht habe, aufrichtig leidtut“, sagte der 27-Jährige nicht nur einmal. Auch das Opfer des mitangeklagten Raubüberfalls bekam am Donnerstag diesen Satz zu hören. „Cool, dass Du das machst“, antwortete der Zeuge. „Ich nehme das auf jeden Fall an.“

Der Angeklagte sitzt seit mehr als drei Jahren wegen anderer Straftaten in Haft. Er und sein Verteidiger Ralph Baxa (Recklinghausen) hoffen, dass der 27-Jährige einen Großteil der neuen Gesamtstrafe in einer geschlossenen Drogen-Entzugsanstalt absitzen kann. Das Urteil gegen den 27-Jährigen könnte dagegen bereits in der kommenden Woche fallen.