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Mutmaßlicher Terrorhelfer schweigt vor Gericht

Koblenz (dpa) Ein mutmaßlicher islamistischer Terrorhelfer muss sich seit Montag vor dem Oberlandesgericht Koblenz verantworten.

Mutmaßlicher Terrorhelfer schweigt vor Gericht

Der wegen Unterstützung der Terrororganisation Al Qaida und anderer islamistischer Terrororganisationen Angeklagte im Gerichtssaal des Koblenzer Oberlandesgerichts. Foto: Thomas Frey

Die Bundesanwaltschaft wirft dem in Syrien geborenen 25-Jährigen vor, zwischen September 2007 und Dezember 2009 terroristische Vereinigungen unterstützt zu haben. Er soll sich an der Verbreitung von Propagandamaterial unter anderem der Terrororganisationen Al-Kaida, Al-Kaida im Zweistromland und Dschihad-Union beteiligt haben. «Er wollte damit Werbung für den globalen Dschihad (Heiligen Krieg) machen», sagte Bundesanwalt Michael Bruns. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen.

Der Mann, der seit 1990 in Deutschland lebt, soll unter anderem deutsche Übersetzungen von Audio- und Videobotschaften im Internet veröffentlicht oder verlinkt sowie Webblogs und ein Forum eingerichtet haben. Auf den Videos waren nach Angaben der Bundesanwaltschaft etwa die Enthauptung eines US-Amerikaners, Ansprachen Osama bin Ladens und Anschläge im Irak sowie in Afghanistan zu sehen. Der Angeklagte war zuletzt Student und sitzt seit seiner Festnahme in Montabaur im Juli 2010 in Untersuchungshaft.

«Er ist dem Ziel, den Islamismus voranzutreiben, mit Nachdruck nachgegangen», sagte Bundesanwalt Bruns und bezeichnete den Angeklagten als «ein starkes Kaliber». Zwischen 2007 und 2009 sei er «der zentrale Dschihad-Propagandist in Deutschland» gewesen. Die Tatsache, dass er unter anderem Videos von Hinrichtungen verlinkt habe, zeige eine deutliche Absicht. «Hier ging es nicht darum, Mitglieder zu werben, sondern Schrecken in die Wohnzimmer zu bringen.»

Der Anwalt des Angeklagten, Christoph Clanget, beschrieb seinen Mandaten als «nicht ideologisch verblendet». Und: «Wir gehen davon aus, dass der Sachverhalt in diesem Umfang nicht zutrifft.» Der Prozess vor dem Staatsschutzsenat ist bis ins Jahr 2012 hinein terminiert.

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