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NRW forciert Kinderschutz

DÜSSELDORF Angesichts zunehmender Fälle von Missbrauch, Verwahrlosung und Vernachlässigung von Kindern will NRW beispielhafte lokale Frühwarnsysteme bis Ende 2008 landesweit installieren.

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Dazu kündigte Familienminister Armin Laschet (CDU) gestern in Düsseldorf eine Studie „Kinder in Not“ sowie ein verbessertes Risikomanagement für die zuständigen Jugendämter an.

Der Ansatz dazu soll aus einem erfolgreiche Modellversuch in Herne resultieren: „Wir müssen die Fachkräfte bei der schwierigen Frage ,Entziehe ich den Eltern ihr Kind?´ stärken“, sagte Laschet. Laut Ministerium wurden 2005 in NRW in 7941 Fällen Kinder in Obhut genommen – mehr als doppelt so viele wie zehn Jahre zuvor. Bundesweit betrug die Steigerung 40 Prozent.

Richtungsweisend für die Früherkennung

Als richtungweisend für die Früherkennung von Risiken nannte Laschet die Stadt Dormagen, wo junge Eltern schon vor oder kurz nach der Geburt von Sozialarbeitern aufgesucht werden und ein Elternbegleitbuch überreicht bekommen. Nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums werden fünf bis zehn Prozent der Kinder bis zu sechs Jahren vernachlässigt – das wären allein in NRW bis zu 100 000. Laschet sagte, dass auch das neue Kinderbildungsgesetz und die Meldepflicht für Ärzte bei Vorsorgeuntersuchungen dazu beitragen würden, das Kindeswohl zu stärken.

Wie schwierig das Erkennen von Notlagen häufig sei, machte Laschet am Fall des Iserlohner Säuglings Andre deutlich, der im Juli mit drei Monaten an Unterernährung gestorben war. Zu diesem Zeitpunkt sei die Familienhelferin 49 Mal in der Wohnung gewesen, ohne etwas zu merken.

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