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Nach Unglück an St. Martin: Mirco wird ganz gesund

SÜDKIRCHEN Offenbar eine ganze Armee von Schutzengeln muss der kleine Mirco Schäperklaus gehabt habe. Elf Wochen ist es jetzt her, das schreckliche Unglück beim Martinszug in Südkirchen. Die lebensgefährliche Verletzung des siebenjährigen Mirco Schäperklaus nach dem unfassbaren Zusammenprall mit dem durch die Luft fliegenden Auto. Doch die gute Nachricht ist: Mirco wird auch wieder gesund.

von Von Kevin Kohues

, 28.01.2008
Nach Unglück an St. Martin: Mirco wird ganz gesund

Mirco Schäperklaus vor seinem Unfall.

Die Erleichterung scheint förmlich in der Luft zu liegen, wenn Mircos Vater Jörg über den schwierigen, aber hoffnungsvollen Heilungsprozess seines Sohnes spricht. Einen Monat lang wurde Mirco zunächst im Clemens-Hospital betreut, ehe er am 11. Dezember in die St. Mauritius-Therapieklinik nach Meerbusch bei Düsseldorf verlegt wurde. Zunächst rechtsseitig gelähmt, lernte Mirco dort wieder laufen. "Bis auf leichte Einschränkungen ist seine Motorik fast wiederhergestellt", so Jörg Schäperklaus.

Die Sprache verloren

Eine noch größere Herausforderung stellt die Wiedererlangung der Sprachfähigkeit dar. Denn Mirco leidet seit dem Unfall an Aphasie - zu deutsch: Sprachverlust. "Sein gesamter Wortschatz ist weg", erklärt Vater Jörg, "er versteht uns zwar, aber er kann sich selbst noch nicht wieder ausdrücken." Das Sprechen, Lesen und Schreiben muss Mirco nun in der Therapie erst mühsam wieder erlernen.

Doch Jörg Schäperklaus, seine Frau Nicola und Tochter Kimberly sind optimistisch, dass Mirco es schafft. "Er ist ein richtiger Kämpfer", sagt Jörg tief bewegt, "es ist phänomenal zu sehen, wie er kämpft und sich bemüht. Teilweise weint er sogar, wenn er nicht mehr kann, weil er so ungeduldig ist." Die Ärzte seien über die Geschwindigkeit der Fortschritte begeistert.

Operation steht bevor

Der nächste wichtige Termin auf dem Weg zur Genesung steht für Mirco Mitte Februar an. Dann kehrt er ins Clemens-Hospital nach Münster zurück und wird dort operiert. Die Schädeldecke wird wieder aufgesetzt, die künstliche Hirnhaut abgeschabt. Zurzeit muss Mirco noch einen Helm tragen, der den Kopf komplett umschließt. "Wir behandeln ihn wie ein rohes Ei, weil wir natürlich immer Angst haben, dass etwas passieren kann", bekennt sein Vater.

Unfallfahrerin hat sich nicht gemeldet

Also nochmal zehn Tage Krankenhausaufenthalt, und dann geht die Reha weiter. "Wir sind guter Dinge, dass keine Schäden zurückbleiben", sagt Jörg Schäperklaus noch einmal und betont mit fester Stimme: "Wir haben schon so viel gekämpft, wir ziehen das jetzt durch. Mirco wird wieder gesund!" Enttäuscht ist er hingegen vom Verhalten der Unfallverursacherin. Die 36-Jährige aus Lüdinghausen habe sich nicht einmal bei seiner Familie gemeldet. "Wenigstens zu Weihnachten hätte ich das erwartet", so Schäperklaus, "aber es ist nichts passiert."

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