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Neue Hürde vor Freigang

DÜSSELDORF Gefährliche Straftäter mit mindestens zweijähriger Haftzeit müssen sich künftig in Nordrhein-Westfalen vor einem Freigang einer dritten Überprüfung unterziehen

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Neue Hürde vor Freigang

Roswitha Müller-Piepenkötter, Justizministerin in Nordrhein-Westfalen.

.„Prognosen bei der Beurlaubung von Gewalt- und Sexualstraftätern müssen so wasserdicht wie nur irgend möglich sein“, begründete Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) gestern in Düsseldorf die neue Auflage und fügte hinzu: „Die Bevölkerung hat Anspruch auf Schutz vor gefährlichen Straftätern.“

Das bisherige Verfahren vor einem Freigang oder Hafturlaub wird von 2008 an wie folgt ergänzt: Nach der bislang üblichen internen Einschätzung durch Anstaltspsychologen und einer anschließenden Qualitätskontrolle wird eine weitere Prüfung durch ein unabhängiges externes Expertengremium vorgenommen. Diesem gehören der Direktor des Instituts für forensische Psychiatrie in Essen, Professor Norbert Leygraf, sowie weitere erfahrene forensische Psychologen und Psychiater an. Nach Empfehlung dieser Experten folgt in einem dritten Schritt eine weitere Zusatzbegutachtung.

Gezielte Fort- und Weiterbildung

Ergänzt wird das neue Modell durch gezielte Fort- und Weiterbildung der Diagnostiker und der Entscheidungsträger in den Gefängnissen. Nach Angaben eines Justiz-Sprechers werden damit pro Jahr rund 500 Straftäter in NRW zusätzlich beurteilt.

Mit diesem bundesweit einmaligen Modell kommt das Justizministerium einer alten Forderung der CDU nach.Sie war erstmals 1998 erhoben worden, als der Mehrfach-Mörder Dieter Zurwehme während eines Freigangs erneut zwei Ehepaare umgebracht hatte.

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