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Nicht mehr nur Dönerverkäufer

DÜSSELDORF Die Zahl der türkischen Selbstständigen in NRW hat sich seit 1985 mehr als verdreifacht. Die meisten sind im Einzelhandel tätig - und nicht mehr in der Gastronomie.

Nicht mehr nur Dönerverkäufer

Einen Dönergrill wie diesen entwendeten Diebe in der Nacht zum Dienstag.

Das weit verbreitete Klischee vom türkischen Selbstständigen als Dönerbuden-Besitzer trifft in NRW nicht mehr die Wirklichkeit. Das geht aus der in Düsseldorf vorgestellten aktuellen Studie zur Entwicklungsgeschichte und Wirtschaftskraft türkischer Unternehmen in NRW hervor. So liegt der Anteil der Gastronomie unter den 24.000 Betrieben nur noch bei knapp 25 Prozent, während der Einzelhandel mit 35 Prozent dominiert.Zunehmende Verflechtung Dienstleistungen sind mit 22 Prozent, das Handwerk, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe sind mit 18 Prozent vertreten. Beschäftigt sind dort 120.000 Menschen, was einer durchschnittlichen Betriebsgröße von fünf Personen entspricht. Wie Faruk Sen, Leiter des Essener Zentrums für Türkeistudien (ZfT) und der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Landtag, Franz-Josef Knieps (CDU), erläuterten, kommt die zunehmende Verflechtung der türkischen Unternehmen mit der NRW-Wirtschaft auch in der Lieferanten- und Kundenstruktur zum Ausdruck. Zu wenige Ausbilder Lediglich in 20 Prozent der Betriebe komme es zu überwiegend „innertürkischen“ Geschäftsbeziehungen, fast jeder zweite Betrieb hingegen zählt hauptsächlich Deutsche zu Lieferanten und Kunden. Trotz der generell positiven Entwicklung zählt die Studie auch eine ganze Reihe von Problembereichen auf. So kritisierte Knieps insbesondere die fehlende Ausbildungsbereitschaft: Nur zehn Prozent stellten Lehrlinge ein, 80 Prozent könnten es, stellte er fest. Die fehlende Berufsausbildung verenge den Arbeitsmarkt für türkischstämmige Bewerber erheblich. Sen wies dagegen auf „die harte deutsche Ausbildungsordnung“ und teils fehlende formale Ausbildungsvoraussetzungen der Unternehmer hin.

 

 

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