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Noch keine neue Löwenstatue in Sicht

Löwe am Schloss Nordkirchen

Seit rund zwei Monaten bewacht nur noch ein einsamer Löwe die Einfahrt zum Schloss Nordkirchen. Im Januar hatte ein Lkw-Fahrer die Steinskulptur versehentlich vom Sockel gestoßen. Einen Nachbarn soll der verbliebene Löwe aber bald bekommen – bis dahin verbleiben aber noch noch zahlreiche Hürden.

Nordkirchen

, 21.03.2018
Noch keine  neue Löwenstatue in Sicht

Ein Lkw-Fahrer hatte den Löwen im Januar von seinem Sockel an der Einfahrt zum Schloss gestoßen. © Theo Wolters

Ärger schwingt in der Stimme von Klaus-Wilhelm Gratzfeld mit: „Leider hat sich bisher nichts ergeben“, sagt er. Fast zwei Monate ist es nun her, dass einer der Stein-Löwen an der Schlosseinfahrt von seinem Sockel gestoßen wurde. Der kommissarische Verwaltungsleiter der Finanzhochschule kümmert sich seitdem darum, dass die beiden Skulpturen bald wieder zu zweit das Schloss bewachen können.

Kurz nach dem Vorfall im Januar hatte er mit einer „zügigen Lösung“ gerechnet. Von diesem Optimismus ist nicht viel geblieben: „Der Gutachter befindet sich seit geraumer Zeit in Verzug. Bevor uns das Gutachten nicht vorliegt, können wir den Schaden nicht der Versicherung melden und einen neuen Löwen nicht in Auftrag geben“, erklärt er auf Anfrage dieser Redaktion. Sobald dann die Zusage der Versicherung für die Kostenübernahme vorliegt, wolle man einen Restaurator beauftragen.

Dafür habe Gratzfeld auch schon einen Favoriten: Steinmetz Werner Schlüter ist Profi in Sachen Nordkirchener Löwen: Schon einmal war der rechte der beiden Löwen durch einen Lkw zerstört worden, im Februar 2015. Damals hatte Schlüter aus den Scherben in aufwändiger Kleinarbeit eine neue Form erarbeitet und den Löwen gegossen.

Noch keine  neue Löwenstatue in Sicht

Im Jahr 2015 hatte der Steinmetz Werner Schlüter einen neuen Löwen gegossen. © Foto: Natasa Balas

Ob diese Arbeit auch diesmal von Schlüter übernommen wird, stehe laut Gratzfeld noch nicht fest: „Wir haben den Auftrag bisher noch nicht vergeben.“ Wegen der denkmalrechtlichen Vorgaben geschieht die Absprache, welcher Restaurator den 900 Kilo schweren Löwen wieder auf den Sockel setzen wird, in gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Dieser Schritt sei auch erst dann relevant, wenn das Gutachten vorliegt. Mehrmals habe Gratzfeld beim Gutachter auf die Dringlichkeit verwiesen.

Viele Hürden

Denn dem Vorhaben stehen noch viele weitere Hürden im Weg: Der Steinbruch, aus dem der Sandstein für die Statuen stammt, wird bald schließen. Die Folge: „Wir müssen dann einen anderen Steinbruch mit der Arbeit beauftragen. Dieser wird jedoch höchstwahrscheinlich weiter entfernt liegen. Daraus ergeben sich auch höhere Kosten beim Transport“, erklärt der Verwaltungsleiter.

Diesen Fall wolle er gerne vermeiden, der Schaden sei ohnehin schon „exorbitant hoch.“ Klaus-Wilhelm Gratzfeld geht davon aus, dass die Kosten sich, wie auch im Jahr 2015, im sechsstelligen Bereich bewegen werden – zumal dieses Mal auch der Sockel beschädigt wurde. Seine Lösung: „dem Gutachter ordentlich auf die Füße treten.“

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