Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nokia-Mitarbeiter kämpfen weiter

BOCHUM Die Beschäftigten des von Schließung bedrohten Nokia-Werks in Bochum wollen weiter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen. Auf einer Betriebsversammlung spendeten rund 1600 Beschäftigte dem Betriebsrat am Sonntag für seinen bisherigen Kurs stehend Applaus. Das Land sieht derweil erste Hinweise auf Verstöße von Nokia gegen Subventionsauflagen.

Nokia-Mitarbeiter kämpfen weiter

Die Bildkombo zeigt die nordrhein-westfälische Wirtschaftsmisterin Christa Thoben und Nokia Chef Olli-Pekka Kallasvuo (Archivfotos).

Die Strategie, nicht über Sozialpläne zu verhandeln und das Aus für die Handyproduktion noch nicht hinzunehmen, sei somit klar unterstützt worden, sagte die Bochumer Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach im Anschluss an die Versammlung. Unterdessen gab es erste Hinweise, dass Nokia möglicherweise gegen Subventionsauflagen verstoßen und die Zahl der vereinbarten Dauerarbeitsplätze um bis zu 400 unterschritten hat.

Konkrete Maßnahmen wie Arbeitsniederlegungen wurden auf der Betriebsversammlung Achenbach zufolge nicht beschlossen. Der Betriebsrat will an die finnische Konzernzentrale einen Fragenkatalog senden, mit dem Klarheit über die Kostenberechnungen geschaffen werden soll. Es sei nicht klar, wie die Produktionskosten für Bochum zustande kämen. Der Betriebsrat wirft der Unternehmensführung vor, die Personalkosten falsch zu berechnen. Neben der Produktion müssten auch Entwicklungs- und Serviceabteilungen berücksichtigt werden.

„Wir warten jetzt auf die Ergebnisse des Gesprächs von (Nokia- Chef) Olli-Pekka Kallasvuo und (NRW-Wirtschaftsministerin) Christa Thoben (CDU) in dieser Woche, sagte Achenbach. Der Nokia-Chef hatte angekündigt, nach Deutschland zu kommen. Er soll Thoben an einem noch nicht bekannten Termin treffen. Thoben spiele eine sehr wichtige Rolle, sagte Achenbach.

Zu wenig Arbeitsplätze geschaffen?

Die Überprüfung der Subventionsauflagen war von der NRW-Bank in Auftrag gegeben worden. Bis zum Freitag hatten die Zahlen vorliegen sollen. Erste Trends ergäben, dass die Zahl der erforderlichen 2860 Dauerplätze zwischen 200 und 400 unterschritten worden sei, sagte der Sprecher des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums, Joachim Neuser. Wenn sich dieser Trend bestätige, „dann wird das Wirtschaftsministerium prüfen, ob und in welche Richtung welche Konsequenzen zu ziehen sind“, sagte Neuser weiter.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sicherte der Bochumer Nokia-Belegschaft die Unterstützung der Europäischen Union zu. „Ich verstehe die Sorgen der Beschäftigten, versichere ihnen unsere Solidarität. Wo es erforderlich ist, helfen wir, zum Beispiel bei Umschulungen“, sagte Barroso der „Bild am Sonntag“. „In den nächsten sieben Jahren erhält Deutschland über neun Milliarden Euro aus unserem Sozialfonds.“ Barroso betonte, die Verlagerung des Nokia- Werks nach Rumänien werde nicht mit Geld aus Brüssel gefördert.

Anzeige
Anzeige