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Nur noch drei Jahreszeiten im Schlosspark?

NORDKIRCHEN Auf Herbst folgt Winter, auf Winter folgt Frühling, auf Frühling folgt Herbst. Nur drei Jahreszeiten. Ein Phänomen, das man im Augenblick in Teilen der Nordkirchener Schlossanlage beobachten kann.

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Braune Blätter im August.

Die Blätter der Kastanien im Schlosspark sind schon braun.

Es ist August, Hochsommer, doch die ca. 500 weißen Rosskastanien lassen bereits ihre braunen Blätter fallen. Grund ist die Rosskastanien-Miniermotte. Schon Anfang Juni kann man die Veränderung der Blattfarbe beobachten. "Zunächst sind Komma-ähnliche, braune Striche zu erkennen, später bilden sich daraus größere Flecken, bis das ganze Blatt braun gefärbt ist", beschreibt Ludger Hölscher, Gärtnermeister der Schlossverwaltung, den Prozess.

Doch was macht die Miniermotte mit den Blättern?

Die Larven der Motte fressen sich in die Blätter und wachsen in Hohlräumen auf. Sie ernähren sich dort von Zellsaft, was dazu führt, dass die Blätter austrocknen, und die Erscheinungsmerkmale auftreten. Pro Jahr können sich so 3 bis 4 Generationen entwickeln. Andere Rosskastanienarten werden nicht angegriffen. "Das wird am Zellsaft liegen", vermutet der 41-Jährige.

Stressituation für die Bäume

Durch den Befall haben die Pflanzen nur zwei Monate Zeit sich zu entwickeln. In dieser Stresssituation werden die Früchte kleiner, das Wachstum wird vermindert und auch der schöne Anblick der weißen Blüten dauert nicht lange an. Nachhaltig geschädigt wurden die Bäume in den letzten Jahren jedoch noch nicht. Das verminderte Wachstum (20 bis 30 Prozent im Jahr) kann man besonders bei den Jungpflanzen beobachten. Da die weiße Kastanie in Nordkirchen zu den traditionellen "Parkbewohnern" zählt und die alten Bäume schon ein Alter von ca. 200 Jahren erreicht haben, muss trotz Motten nachgepflanzt werden. Außerdem müsse man die Art erhalten, verkauft würden sie natürlich immer weniger, ergänzt Ludger Hölscher.

 

Kein Heilmittel bekannt

Seit 2000 hat man die Miniermotte verstärkt im Münsterland festgestellt. Wie man sie bekämpfen kann, ist seit je her nicht bekannt. In Nordkirchen führen chemische Mittel nur zur Verzögerungen des Prozesses. Spritzen kann man aber auch nur die Jungpflanzen. "Sonst müssten wir ja einen Helikopter mieten", scherzt der Gartenarbeiter. Man hofft auf Parasiten, die den Eindringling auf natürliche Art und Weise bekämpfen. In ca. vier Wochen, pünktlich zum Frühherbst, werden die weißen Kastanien dann völlig kahl sein.

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Braune Blätter im August.

Die Blätter der Kastanien im Schlosspark sind schon braun.

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