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Ohne Sport ungenießbar

HERBERN "Ohne Sport", sagt Ina Paschedag, "wäre ich schnell ungenießbar." Im Sommer hat sie sich nach über zehn Jahren in der 1. Damenmannschaft des Aplerbecker SC aus dem Regionalliga-Team zurückgezogen. Vom "Ruhestand" aber ist die Basketballerin weit entfernt.

von Von Dirk Krampe

, 23.12.2007

Landesliga, das geht auch mit nur einmal Training, aber die 44-Jährige ist auch in anderen Bereichen ein sportliches Multi-Talent: Basketball, Leichtathletik, immer mehr auch Golfen. Immerhin mit Handicap 18,7.

Und sie gibt ihre Erfahrungen seit drei Jahren auch als Übungsleiterin weiter. Freizeit braucht Ina Paschedag nur selten. Wenn sie welche hat, dann zieht es sie in die Halle oder nach draußen. "Ich kann schlecht nur rumsitzen."

Dass der Sport einen Mittelpunkt im Leben der Familie Paschedag darstellt, davon zeugt schon die gemütliche Küche in ihrem schmucken Häuschen im Ascheberg-Herbern, wo die Paschedags seit einigen Jahren heimisch geworden sind. Der Sportteil der Ruhr Nachrichten liegt aufgeschlagen auf dem Tisch, an der Wand hängen unzählige Medaillen - Zeugnisse von Ina Paschedags zweiter großen Leidenschaft: dem Laufen. Zum Sport zieht?s auch die restliche Familie: Ihr Mann Ulrich ist Basketball-Trainer, die Söhne Nicki und Tom spielen Fußball.

Hochklassig Basketball gespielt

Ina Paschedag hat über Jahre erfolgreich und hochklassig Basketball gespielt. Zuerst bei ihrem Heimatklub, dem TuS 59 Hamm. Dann, während des Studiums in Aachen, in der Oberliga in Köln. Dort wurde Bundesligist Saturn Köln auf die Aufbauspielerin aufmerksam. "Da war ich sechs Jahre, obwohl die ersten sehr schwer waren." Ina Paschedag saß als junge Spielerin nur auf der Bank - heute sagt sie: "Da habe ich gelernt, durchzuhalten und nicht zu früh aufzugeben." Ein großes Problem der heutigen Sportlergeneration, meint sie: "Da gibt es viele, die bei den kleinsten Problemen sofort aufstecken."

Hagen, Düsseldorf, der Barmer TV - es folgten mehrere weitere Stationen, ehe die gebürtige Hammerin mit ihrem Mann Ulrich für drei Jahre nach Pittsburgh ging. Was ein Problem mit sich brachte: "Denn in den Staaten gibt es keinen organisierten Vereinssport." Also verschwand der Basketball im Schrank, die Laufschuhe wurden ausgepackt: "Ich wollte was tun, also hab? ich mich einfach mal beim Pittsburgh-Marathon angemeldet." Den lief sie im dritten Monat schwanger und ohne besonderes Training - in 3:42 Stunden. Ina Paschedag lacht und sagt kleinlaut: "Danach konnte ich mich eine Woche nicht bewegen."

Zurück in Deutschland wurde die Familie in Herbern heimisch - und Ina Paschedag wollte wieder Basketball spielen. In Münster beim UBC spielte sie vor, "aber beim ASC hat es mir einfach besser gefallen." Parallel las sie in der Zeitung vom neu gegründeten Lauftreff des SV Herbern. "Da hab? ich einfach mal angerufen." Und ist dabei geblieben: Mehrere Male die Woche trifft man sich und läuft gemeinsam. Einfach nur so, oder zur Vorbereitung auf Wettkämpfe. In Münster ist Ina Paschedag Marathon gelaufen, auch schon mal den in New York.

Der Sport hat von klein auf eine große Rolle in ihrem Leben gespielt. Anfangs war sie noch wankelmütig: "Da habe ich meine Mutter zur Verzweiflung getrieben, weil ich mich nicht für eine Sportart entscheiden konnte." Die so verzweifelte Mutter gestattete ihrer Tochter mit 14 einen letzten Versuch. Da landete die kleine Ina beim Basketball.

Sie betreut Kinder von acht bis zwölf Jahren

Vor drei Jahren hat Ina Paschedag im SV Herbern eine Basketball-Gruppe ins Leben gerufen. Kinder von acht bis zwölf Jahren betreut sie dort. "Es ist doch wichtig, dass man den Kleinen etwas anbietet. Die haben alle den Bewegungsdrang, man muss ihn nur fördern." Mehrere "Talente" hat sie so schon an den Nachbarverein TV Werne weitervermittelt. "Bei einigen sieht man das Talent, ich habe auch welche, die gute Leichtathleten wären." Die Talente, meint Ina Paschedag, spielen auf der Straße. "Ihre Fähigkeiten muss man nur herauskitzeln."

Das Familienleben der Paschedags ist straff organisiert. In der Küche hängt ein Terminplaner, täglich ist irgendein Familienmitglied in Sachen Sport unterwegs. Einmal im Jahr gönnen sich die Paschedags zwei Wochen "Auszeit". "Da geht?s zum Ski fahren." Natürlich. Denn ohne Sport, das geht gar nicht.

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