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Ausstellung mit Werken von Rudi Jung im Olfonium

OLFEN Nur ein Bruchteil seines Schaffens kann im Olfonium ausgestellt werden. Denn schon mit sechs Jahren begann Rudi Jung mit dem Malen. Helga Wember, Witwe des Malers erzählte bei der Ausstellungseröffnung, Dr. Hermann Josef Bauer hielt die Laudatio.

von Von Antje Pflips

, 03.03.2008

Bis ins hohe Alter von 95 Jahren stand Rudi Jung fast jeden Tag an der Staffelei, trotz zunehmender Erblindung. Einen kleinen Einblick seiner Kunst gibt die Ausstellung "Rudi Jung - Ein rheinischer Maler in Westfalen", die am Sonntag eröffnet wurde. "Es sind so viele Bilder, ich finde immer noch irgendwo im Hause neue", erzählte Helga Wember, Witwe des Malers.

Linolschnitt von 1932

Dabei entdeckte sie auch das älteste Bild der Ausstellung, einen Linolschnitt von 1932. Leider hat er nicht alle datiert, so dass eine chronologische Reihenfolge schwer möglich ist.

"Manchmal hat er auch alte Bilder einfach wieder übermalt", verriet Helga Wember. Und nach kleinen, "handlichen" Bildern folgten stets großformatige.

"Rudi Jung hat in seiner langen, künstlerischen Tätigkeit mehrere Phasen durchlaufen," bemerkte Dr. Hermann Josef Bauer, der die Laudatio hielt. Und weiter: "Er selbst bezeichnete sich als kubistischen Romantiker. Genau so war er aber auch impressionistischer Landschaftsmaler und expressionistischer Realist. Nur abstrakt hat er nicht gemalt, dazu war er zu realistisch und erdverbunden."

Von diesen verschiedenen Kunstströmungen können sich die Besucher selbst anhand der Bildauswahl überzeugen. Während er sich bei seinen frühen Bildern mit Formen und Farben sehr zurückhielt und oft zum Kubismus tendierte, kam er in seinen letzten Werken, wie bei der Landschaft "Westruper Heide" zurück zum realistischen Bild in fröhlichen Farben.

Rudi Jung hat vieles gemalt: Landschaften, Gebäude zu Stillleben und Portraits. Aber am liebsten malte er die "weibliche Schönheit", mal mit Hut, mal mit Früchtekorb, wovon viele Gemälde zeugen.

Eigenen Weg gegangen

Die eigenen Vorstellungen zu verwirklichen, war ihm immer wichtig. Trotz mancher Kritik aus Künstlerkreisen ist er seinen eigenen künstlerischen Weg gegangen.

Rudi Jung kam 1972 als Restaurator nach Nordkirchen und gründete 1973 aus einem VHS-Kursus heraus die "Gruppe 73", die noch auch heute besteht und regelmäßig verschiedene Ausstellungen organisiert.

Musikalisch wurde die Ausstellung mit Klaviervorträgen von Thomas Kasemann umrahmt, der sich auch für den Landeswettbewerb "Jugend musiziert" qualifizierte.

 

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