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Dieser Hobby-Forscher ahnte schon vorher etwas

Olfener Römerlager

Die Nachricht von der Entdeckung des Römerlagers hat einen ganz besonders fasziniert: den Lüner Hans Kauter. Er hat es schon geahnt. "Es war klar, dass es irgendwo bei Olfen ein solches Lager geben musste", sagt der 94-Jährige.

OLFEN / LÜNEN

02.11.2011
Dieser Hobby-Forscher ahnte schon vorher etwas

Auf einer Straßenkarte und auf einer von ihm gezeichneten Karte hat Hans Kauter die Präsenz der Römer längs der Lippe dokumentiert.

Der ehemalige Oberingenieur der Westfalia hat intensive archäologische und geschichtliche Studien betrieben – und schon 1988 seine Erkenntnisse auf fast 60 Seiten zusammen gefasst. „Lünen und die Römer“ heißt der Titel. Die Dokumentation enthält auch eine Karte mit den bekannten Römerlagern längs der militärstrategisch wichtigen Lippe. Zwischen den großen Lagern in Haltern und Oberaden jedoch klaffte eine Lücke.

Irgendwo dort musste es noch ein Römerlager geben, denn die Entfernung zwischen beiden Lagern war viel zu groß, als dass sie von Legionären in einem Tagesmarsch hätte zurückgelegt werden können. „Legionäre marschierten normalerweise maximal 20 Kilometer pro Tag“, erläutert Kauter. Auf der Karte zog er daher Kreise mit einem Radius von 20 Kilometern um die bekannten Römerlager. Die Kreise um die Lager Haltern und Oberaden schneiden sich genau in dem Gebiet bei Olfen, in dem das nunmehr entdeckte und von Wissenschaftlern als Jahrhundertfund gefeierte Römerlager liegt. Auch auf Lüner Gebiet haben die Römer viele Spuren hinterlassen, betont Kauter. Am bekanntesten ist das Uferkastell in Beckinghausen. „Offensichtlich war Beckinghausen Zwischenlager für die Versorgungsgüter und den sonstigen Nachschub für die Legionen in dem benachbarten Lager Oberaden“, schreibt Kauter. Für ihn ist auf der Basis von Quellen aus dem 17. Jahrhundert auch erwiesen, dass es auf dem Heikenberg in Alstedde ein Römerlager gab, das offensichtlich als Anlegestelle diente, da die Lippe zur Römerzeit ein ganzes Stück weiter nördlich als heute geflossen sei.

Kauter hat in seiner Abhandlung auch Berichte aufgegriffen, wonach die Römer ihrer Göttin Luna mit einer Säule gehuldigt haben, die nahe der Lippe auf dem Gebiet des heutigen Lünen gestanden haben könnte. Kauter stellt die Frage, ob sich daraus womöglich der Name Lünen ableite und die Stadt viel älter sei als gedacht. 1989 gab Hans Kauter im Kulturausschuss des Rates einen Abriss seiner Arbeit. Bis heute bedauert er, dass es seither keine vertiefenden archäologischen Forschungen auf Lüner Gebiet gegeben habe. „Lünen schläft“, meint Kauter.

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