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Iraker aus Olfen nimmt Familie in Empfang

Familienzusammenführung in Olfen

Lange hat Ado al Hassan aus Olfen darauf warten müssen, seine Frau und seine Kinder aus dem Irak wiedersehen zu können. Für die Familie beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt.

Düsseldorf/Olfen

, 14.03.2018
Iraker aus Olfen nimmt Familie in Empfang

Ein glücklcher Familienvater Ado Al Hassan am Düsseldorfer Flughafen. V.l. Hariman, Ado al Hassan, Kechi Nissan Ali Kechi, Shirwan und Shaha. © Theo Wolters

Ado al Hassan ist die Freude, aber auch die Anspannung deutlich anzusehen. Gemeinsam mit einigen Verwandten wartete der 47-jährige Iraker am Dienstag am Flughafen in Düsseldorf auf seine Ehefrau und drei seiner Kinder. „Auf diesen Augenblick habe ich lange gewartet“, so Ado al Hassan im Gespräch mit der Redaktion. Er spricht schon etwas Deutsch, doch sein Cousin Ido übersetzt.

Die Maschine aus Bagdad soll um 14.15 Uhr landen. Dies tut sie auch pünktlich. Am Ankunftsgate 4 des Flughafens warten nicht nur Ado al Hassan und seine Verwandten. Viele Iraker stehen dort mit Blumensträußen und kleinen Geschenken, selbst ein großes Osterei ist dabei, und warten auf Familienangehörige.

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Emotionaler Empfang


Extra aus Oldenburg ist auch ein Sohn von Ado al Hassan gekommen, um seine Mutter in den Arm zu nehmen. Er ist einige Monate nach seinem Vater im Jahr 2015 geflohen, wohnt in der Nähe von Oldenburg. Kaum erscheint auf der Anzeigetafel „gelandet“, stellen sich die Olfener, begleitet werden sie von Anna Buttaci und Heiner Dieckmann vom Arbeitskreis Asyl, nahe an einen der beiden Ausgänge. Die ersten Fluggäste erscheinen: Männer mit Laptoptaschen, Europäerinnen verlassen den Ausgang. Doch von Ado al Hassans Familie ist noch nichts zu sehen.

Emotionale Szenen spielen sich ab. Immer mehr Frauen und Kinder aus dem Irak kommen heraus. Überschwänglich werden sie von ihren Familienmitgliedern, die bereits in Deutschland leben, begrüßt. Doch von der Ehefrau, der Tochter und den zwei Söhnen von Ado al Hassan war noch nichts zu sehen. Er wird nervös, geht ein paar Schritte in Richtung des zweiten Ausgangs. Schaut, ob er seine Familie nicht vielleicht verpasst hat. Wenige Minuten später ist er wieder bei seinen Verwandten. Viele Menschen sind schon gegangen, lediglich die Olfener warten noch.

Iraker aus Olfen nimmt Familie in Empfang

Ado al Hassan und Heiner Dieckmann vom Arbeitskreis Asyl warten auf die Ankunft der Familie. © Theo Wolters

Dann erblicken sie 90 Minuten nach der Landung zunächst die Söhne Hariman und Shirwan. Einige Meter hinter ihnen folgt Tochter Shaha mit ihrer Mutter Kechi Nissan Ali Kechi. Es fließen viele Freudentränen. Ado al Hassan steht etwas im Hintergrund. Er lässt erst die Verwandten die Ankömmlinge begrüßen. Doch dann nimmt er sein Kinder und zuletzt seine Ehefrau in den Arm, überreicht einen Strauß roter Rosen. Mit Tränen in den Augen sagt er: „Darauf habe ich lange gewartet.“

Wohnung in Olfen

In Olfen angekommen, feiert die Familie erst einmal mit einem Essen beim Cousin Ido al Hassan das Wiedersehen. Dann ging es für Ado al Hassan mit seinen drei Kindern und seiner Ehefrau in eine Wohnung, die die neue Heimat der Familie sein wird. Und sie hat Glück. War zunächst eine Unterbringung in der Unterkunft am Vinnumer Landweg geplant, so steht nun doch eine private Wohnung zur Verfügung.

„Für eine türkische Familie ist die Wohnsitzauflage aufgehoben worden. Die Familie hat Olfen verlassen“, so Stefanie Benting, Fachbereichsleiterin bei der Stadt, im Gespräch mit der Redaktion. Deshalb steht die Wohnung nun zur Verfügung. Bald gibt es ein freudiges Ereignis für die Familie. Tochter Shaha hat am 15. April Geburtstag, kann diesen nun wieder mit ihrem Vater feiern.

In den nächsten Wochen ist mit weiteren Familienzusammenführungen nicht zu rechnen, wie Stefanie Benting erklärt. Die drei Kinder und die Ehefrau sind nun wie Ado al Hassan Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis und konnten so auch mit einem Visum einreisen.

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